NSA-Affäre : Stop Watching us: Hollywoodstars protestieren

Oliver Stone, John Cusack, Maggie Gyllenhaal und andere Stars melden sich in Sachen NSA zu Wort, mit einer Videobotschaft. Sehen Sie selbst!

von
US-Regisseur Oliver Stone, die Schauspieler Maggie Gyllenhaal und John Cusack.
US-Regisseur Oliver Stone, die Schauspieler Maggie Gyllenhaal und John Cusack.Foto: dpa

Eine Reihe von Hollywood-Stars, darunter Regisseur Oliver Stone, üben in einer Videobotschaft scharfe Kritik an den von Edward Snowden enthüllten Spähaktionen des amerikanischen Geheimdienstes NSA. Neben Oscar-Preisträger Stone („JFK", "Nixon", „Wall Street") melden sich auch die Schauspieler John Cusack ("High Fidelity"m „2012“), Maggie Gyllenhaal („The Dark Knight“) und Wil Wheaton („The Big Bang Theory“) zusammen mit Aktivisten, Künstlern und Politikern zu Wort. Unter ihnen ist auch Daniel Ellsberg, der 1970 die Pentagon Papers über den Vietnamkrieg veröffentlichte - einer der ersten Whistleblower Amerikas. Ellsberg hatte die gezielte Täuschung der Öffentlichkeit über Verlauf und Ziele des Vietnamkriegs seitens des Verteidigungsministeriums offengelegt, er sieht in der NSA-Überwachung einen Verstoß gegen die amerikanische Verfassung. Im britischen "Guardian" bezeichnet er die USA als "United Stasi of America". Die Künstler verlangen unter anderem ein Ende der Massenüberwachung von US-Bürgern durch den Geheimdienst. Jeder Amerikaner sei jetzt dem Risiko ausgesetzt, ins NSA-Fahndungsnetz zu geraten, warnt Stone. Und John Cusack ergänzt, dass die Überwachungsmethoden noch nie so effektiv waren wie heute und die Bedrohung der Bürgerrechte größer denn je sei.

In dem Video erklärt eine Anwältin, Edward Snowden sei nicht der einzige Whistleblower, sie vertrete sechs weitere ehemalige NSA-Mitarbeiter, die nun des Geheimnisverrats angeklagt seien. Drei von ihnen kommen im Video zu Wort. Oliver Stone vergleicht die NSA-Affäre außerdem mit der Watergate-Affäre 1973. Der Abhörskandal hatte damals eine Verfassungskrise zur Folge und den Rücktritt von Richard Nixon im August 1974, den bisher einzigen Rücktritt eines amerikanischen Präsidenten. Der Regisseur, der mit "Nixon" (1995) einen Spielfilm über "Tricky Dicks" Aufstieg und Fall und dessen gezieltes Abhören politischer Gegner und kritischer Journalisten gedreht hat - mit Anthony Hopkins in der Hauptrolle -, sagt in dem NSA-Protestvideo, "Nixons Verbrechen" seien dem heutigen Internetzeitalter vorausgegangen.

In einem Überwachungsstaat, betont wiederum John Cusack, sei die Demokratie tot. Produzent des Dreieinhalb-Minuten-Films ist die Bürgerrechtsorganisation „Electronic Frontier Foundation“. Sie ruft gemeinsam mit anderen Organisatoren zum Protestmarsch in Washington auf, an diesem Samstag, den 26. Oktober. Motto der Aktion: „Stop Watching Us“.

Auch in Deutschland haben Schriftsteller, Künstler und Filmemacher gegen die NSA-Abhörung protestiert. Die unter anderem von Juli Zeh und Ilija Trojanow initiierte Petition mit über 65.000 Unterschriften war am 18. September im Kanzleramt übergeben worden. Die Unterzeichner forderten Bundeskanzlerin Angela Merkel darin zu einer "angemessenen Reaktion auf die NSA-Affäre" auf - eine Aufforderung, der die Kanzlerin vielleicht mehr Aufmerksamkeit schenken wird, seit bekannt ist, dass auch ihr eigenes Mobiltelefon ausspioniert wurde. Dem Schriftsteller Trojanow war zwei Wochen später die Einreise in die USA zu einem Kongress ohne Begründung verweigert worden. Er und andere bringen das Einreiseverbot in Zusammenhang mit dem Offenen Brief an Merkel.

Autor

1 Kommentar

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben