Party-Doku über die Bar 25 : Am bunten Strand der Spree

Unter der Konfettidusche: Britta Mischer hat einen Dokumentarfilm über die legendäre Berliner Bar 25 gedreht. Es ist das Märchen von einem Dorf inmitten der Stadt, in dem Leute am Freitagabend verschwanden und erst am Montag wieder ausgespuckt wurden.

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Buden, Zauber. Das Gelände der Bar 25 am Spreeufer ist inzwischen geräumt, der Traum von Kreativität an der urbanen Lebensader aber nicht ausgeträumt.
Buden, Zauber. Das Gelände der Bar 25 am Spreeufer ist inzwischen geräumt, der Traum von Kreativität an der urbanen Lebensader...Foto: Carolin Saage/Promo

Sie sind überall. Diese kleinen, kreisförmigen Schnipsel – manchmal in unschuldigem Weiß, gerne aber auch bunt oder glitzernd. Wer einmal mit ihnen in Kontakt gekommen ist, wird sie nicht so schnell wieder los, denn die kleinen Teilchen setzen sich hartnäckig in allen Ecken fest. Schon am Eingang des Kater Holzig liegt das Konfetti festgetreten auf dem Fußboden, auf dem Gelände hat es sich vor allem in der Holzverkleidung am Wasser festgesetzt. Diesen Platz hat Britta Mischer gewählt, um über ihren Film „Bar25 – Tage außerhalb der Zeit“ zu sprechen, mit Blick auf das alte Gelände des legendären Clubs am Ufer der Spree. Ihren magischsten Moment hatte sie exakt hier bei ihrer ersten Konfettiparty: „Da bin ich in zwei Tonnen Konfetti geschwommen, wie ein Kind. Wie im Traum eigentlich. Kann ich nur jedem empfehlen: Kauft euch Konfetti, verteilt es in eurem Wohnzimmer und schwimmt drin herum!“

Es ist das erste Kinoprojekt der Drehbuchautorin und Regisseurin, die sich seit der Arbeit an ihrem Buch „Die Jüngeren – Mitschnitte aus dem Leben der 13- bis 30-Jährigen“ (2002) am liebsten mit Jugend und Subkulturen beschäftigt. Sie und ihre Regiekollegin Nana Yuriko kennen die Macher des Clubs schon lange und haben ihnen nun ein Doku-Märchen geschenkt. Es ist das Märchen von einem Dorf inmitten der Stadt, ein Peter-PanLand zwischen Wachen und Schlafen, in dem einige Leute am Freitagabend verschwanden und Montag früh wieder ausgespuckt wurden. Zwischen dem Verschwinden und Zurückkehren gab es viele bunte Glitzersteinchen, Hasenkostüme, eine Schaukel über der Spree, Elektromusik, Konzerte, Zirkuseinlagen, Feuerwerke, Schlammschlachten – und natürlich tonnenweise Konfetti. Um in diesem Partyexzess nicht ständig aufzufallen, hat Mischer nur mit einer kleinen Handkamera gefilmt und sie mit Glitzersteinchen verkleidet.

Bedrohte Clubs in Berlin
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