Kultur : PEN Deutschland sorgt sich um Buchhandel

Das deutsche PEN-Zentrum sorgt sich um die Zukunft des Buchhandels. In einer Resolution, die auch vom Schriftsteller-Verband Bayern und der Kurt Wolff Stiftung zur Förderung einer vielfältigen Verlagsszene unterstützt wird, heißt es, der deutsche Buchhandel befinde sich in einer ernsten Krise. „Das einst vorbildlich engmaschig geknüpfte Netz ,geistiger Tankstellen der Nation’ (Helmut Schmidt) ist akut gefährdet.“ Grund dafür sei die Tatsache, dass der Parfürmeriekonzern Douglas und der kirchliche Weltbild-Verlag inzwischen mehr als ein Drittel des stationären Sortimentsbuchhandles beherrschten. Die beiden Branchenriesen hätten sich Traditionsbuchhandlungen wie Thalia oder Hugendubel einverleibt, „entzogen den Buchhändlern die Gestaltung des Sortiments, degradierten die Filialangestellten auf das Niveau von Hilfspersonal und etablierten so einen ,Buchhandel ohne Buchhändler’“. Die Autoren-Vereinigungen greifen damit den Protest der Buchhändler gegen ein „renditeorientiertes Handeln mit Büchern“ auf, „das soziale und kulturelle Verantwortung über Bord wirft“. Orientiert am Erfolgsmodell des Onlinemarktführers Amazon, verlagerten auch die Großfilialisten ihren Handel ins Internet. Die Folgen: „ Schließung großer Ladenflächen in den Städten und massive Dezimierung des Personals auf der Agenda“.

Erst Ende Juni hatte der Börsenverein des Deutschen Buchhandels eine Werbekampagne für drei Jahre beschlossen, die Ende 2012 startet. Die mit jährlich einer Million Euro ausgestattete Aktion will die Bedeutung des Buchs in der Gesellschaft stärken, allerdings „über alle Formen der Veröffentlichung hinweg“. Der Grund: Erstmals seit sieben Jahren verzeichnet der Buchhandel ein Umsatzminus: 2011 sank er um 1,4 Prozent auf 9,6 Milliarden Euro – wobei sich der Handel mit E-Books im gleichen Zeitraum verdoppelt hat.Tsp (mit KNA)

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