Personalie in der Akademie der Künste : Akademie hat neuen Archivdirektor

Die Akademie der Künste Berlin hat mit Werner Heegewaldt einen neuen Archivdirektor bestimmt. Seine Vorgängerin war überraschend kurz im Amt.

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Archivdirektor Werner Heegewaldt, 2015 noch als Stellvertreter seiner Vorgängerin Birgit Jooss fotografiert - im Depot Robert-Koch-Platz in Berlin-Mitte.
Archivdirektor Werner Heegewaldt, 2015 noch als Stellvertreter seiner Vorgängerin Birgit Jooss fotografiert - im Depot...Foto: Mike Wolff

Werner Heegewaldt wird neuer Direktor des Archivs der Akademie der Künste. Das beschloss der Senat der Künstlervereinigung einstimmig auf seiner Sitzung am 28. April, wie die Akademie am Montag in Berlin mitteilte. Damit hat sich die Akademie bei der Neubesetzung des Postens für eine interne Lösung entschieden. Der Archivar und Historiker ist dem Archiv schon lange verbunden, seit 2013 war er stellvertretender und seit vergangenem Herbst kommissarischer Direktor.

Die Interimslösung wurde notwendig, nachdem die Archivdirektorin Birgit Jooss, die ihr Amt erst im 1. April 2015 vom jahrzehntelangen Direktor Wolfgang Trautwein übernommen hatte, zum Ende ihrer Probezeit am 1. Oktober entlassen worden war. Eine überraschende Personalentscheidung der seit dem 30. Mai 2015 amtierenden Akademie-Präsidentin Jeanine Meerapfel, die Protestschreiben von Akademiemitgliedern, interne kontroverse Diskussionen und ein negatives Medienecho nach sich zog. Die Kunsthistorikerin und Archivarin Jooss, die zuvor acht Jahre lang das Deutsche Kunstarchiv im Germanischen Nationalmuseum Nürnberg leitete, war eigens von einer Findungskommission unter der Leitung des vorherigen Akademie-Präsidenten Klaus Staeck für den renommierten Posten ausgewählt worden.

Das Archiv der 300 Jahre alten Akademie der Künste gilt als das wichtigste interdisziplinäre moderne Archiv im deutschen Sprachraum. Die Bestände an mehreren Standorten in Berlin umfassen 1200 Künstlerarchive, darunter die von Bertolt Brecht, Romy Schneider, Walter Benjamin, Christa Wolf, Heiner Müller und Christoph Schlingensief, sowie eine Spezialbibliothek von 550 000 Bänden und eine Kunstsammlung, die rund 75 000 Objekte umfasst.

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