Irrer Krisen-Wahnsinn! : Otto Rehhagel wird neuer Präsident von Griechenland

Man darf getrost von einer Sensation sprechen: Der ehemalige Fußballtrainer Otto Rehhagel wird griechischer Präsident. "Rehakles" soll das Krisenland mit gewieften Fußball-Metaphern zu neuem Mut anstacheln.

Nimmt seine Aufgabe ernst wie einen guten Wein: Otto Rehhagel kurz nach seinem Amtsantritt in Athen.
Nimmt seine Aufgabe ernst wie einen guten Wein: Otto Rehhagel kurz nach seinem Amtsantritt in Athen.Foto: dpa

Diese Meldung schlug ein wie eine Bombe. „Wir haben lange nach einem landeskundigen senilen Strohmann gesucht, um die Griechen wieder flott zu kriegen. Als Costa Cordalis abgesagt hat, entschieden wir uns für Rehhagel“, sagte Regierungssprecher Steffan Seibert dem Wahnsinn!. Um die Machtübernahme nicht zu gefährden, wurde der Fußballweise zunächst als Diplomat in den Süden geschickt. Er begleitete Staatssekretär Hans-Joachim Fuchtel bei dessen diplomatischer Mission. „Wir werden sehen, wer hier unter wessen Fuchtel steht“, sagte Rehhagel  vor dem Abflug.

 „Rehakles“, wie der Trainer seit dem EM-Sieg der Griechen genannt wird, hatte mit antiquiertem Fußball 2004 überraschend die Kontinentalmeisterschaft gewonnen. „Antiquiert, antik, Griechenland. Ist doch ganz logisch“, sagte Rehhagel. Das Land wolle er „aus einer stabilen Defensive heraus zum Erfolg führen. Wer kämpft, kann verlieren, wer nicht kämpft, hat schon verloren.“ In seiner Antrittsrede vor dem griechischen Parlament bestätigte Rehhagel außerdem Gerüchte, wonach er sämtliche politischen Reden ausschließlich mit Fußball-Metaphern bestreiten will.

 

Beliebt wie eh und je: Griechen bejubeln ihren neuen Präsidenten.
Beliebt wie eh und je: Griechen bejubeln ihren neuen Präsidenten.Foto: dpa

Vor dem Hintergrund dieser Entwicklungen muss auch Rehhagels Engagement bei Hertha BSC neu bewertet werden. Kommentatoren bewerteten es damals als Misserfolg, weil der Hauptstadt-Club abgestiegen war. Doch als Vorbereitung auf seine Präsidentschaft macht die Zeit im „Spree-Athen“ Deutschlands im Nachhinein doch Sinn. „In Berlin konnte ich lernen, wie man ohne Geld und umgeben von Deutschland-Hassern den Karren aus dem Dreck zieht. Und ihn anschließend umso wuchtiger vor die Wand fährt. Das schaffe ich auch in Griechenland“, sagte ein sichtlich ergriffener Rehhagel. (NaX)

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