Streit um Kulturschatz beendet : Iffland-Nachlass kehrt nach Berlin zurück

Berlin erhält den Nachlass des bedeutensten preußischen Theatermachers zurück vom Wiener Antiquariat Inlibris zurück.

KNA
Der Schauspieler und Berliner Theaterdirektor Iffland, hier in seiner Rolle als "Pygmalion" im gleichnamigen Stück von J.J. Rousseau, gemalt von Anton Graff. Das Gemälde von 1800 aus dem Schloss Charlottenburg ist bis 23. Februar in einer Anton-Graff-Ausstellung im Alten Museum zu sehen.
Der Schauspieler und Berliner Theaterdirektor Iffland, hier in seiner Rolle als "Pygmalion" im gleichnamigen Stück von J.J....Foto: picture-alliance / akg-images

Der Nachlass von August Wilhelm Iffland, des bedeutendsten Theatermachers Preußens, kehrt nach Berlin zurück. Nach Informationen der Hamburger Wochenzeitung „Die Zeit“ haben sich das Land Berlin und das Wiener Antiquariat Inlibris geeinigt: Inlibris schenkt Berlin die 34 Bände mit 6.000 Schriftstücken: Es sind Briefe, Bühnenbildentwürfe, Regiepläne, Kostüm- und Besetzungsverzeichnisse - deutsche Theatergeschichte aus der Zeit von 1796 bis 1814. Das Antiquariat bekommt dafür lediglich 15000 Euro Aufwandsentschädigung.

Zum Nachlass gehören Briefe von Schlegel und Kotzebue, auch ein Schreiben von Goethe

Die Iffland-Bände galten mehr als sechzig Jahre lang als verschollen und waren erst im vergangenen Herbst wieder aufgetaucht, als Inlibris das Konvolut für 450.000 Euro auf der Ludwigsburger Messe Antiquaria verkaufen wollte. Das Antiquariat hatte den Nachlass zuvor von Hugo Fetting, einem 90-jährigen Theaterwissenschaftler erworben. Der will sie Anfang der fünfziger Jahre in einem Abrisshaus gefunden haben.

In Fettings Berliner Wohnung standen sie sechs Jahrzehnte lang. Über den weiteren Verbleib und die Frage, wem der Kulturschatz gehört, war zuvor ein heftiger Kampf entbrannt. Den hat Berlin nun für sich entschieden. KNA/cas

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