• Streit ums Kulturgutschutzgesetz : Kulturgut weg: Kostbarer Goldpokal ins Ausland gebracht

Streit ums Kulturgutschutzgesetz : Kulturgut weg: Kostbarer Goldpokal ins Ausland gebracht

Rheinland-Pfalz wollte prüfen, ob es sich um national wertvolles Kulturgut handelt. Aber die Eigentümerfamilie hat den Goldpokal von Kaiser Rudolf II. dem staatlichen Zugriff entzogen.

Harsche Kritik muss Kulturstaatsministerin Monika Grütters entgegennehmen: Sie will die Ausfuhr von "national wertvollem" Kulturgut stärker reglementieren. Hier steht sie im Kanzleramt vor dem Gemälde "Orientalisches Märchen" (1912) von August Macke.
Harsche Kritik muss Kulturstaatsministerin Monika Grütters entgegennehmen: Sie will die Ausfuhr von "national wertvollem"...Foto: dpa

Gegen den Willen der rheinland-pfälzischen Landesregierung hat ein Privateigentümer einen kostbaren Goldpokal aus dem 17. Jahrhundert ins Ausland gebracht. Die Nachricht sorgt für neuen Zündstoff in der Debatte um das von Kulturstaatsministerin Monika Grütters geplante Kulturgutschutzgesetz, das die Ausfuhr von Kulturgut stärker reglementieren will. Das Objekt wurde laut Kulturministerium in Mainz erst nach Großbritannien und dann vermutlich in die USA exportiert. Nach der Anmeldung der Verkaufsabsicht seitens der adeligen Eigentümerfamilie sollte eine Expertenkommission das Kunstwerk begutachten. Man hätte dann „zumindest versucht, es im Land zu behalten“.Aber der Anwalt des Eigentümers habe dann mitgeteilt, der Pokal sei nach Großbritannien worden.

Dem „Spiegel“ zufolge hat der 1610 für Kaiser Rudolf II. angefertigte Pokal einen Schätzwert von zehn Millionen Euro. „Solche Fälle zeigen eindrucksvoll, wie wichtig das geplante Kulturgutschutzgesetz ist“, sagte Hagen Philipp Wolf, der Sprecher von Kulturstaatsministerin Grütters. Am Wochenende hatte auch die Androhung des Potsdamer SAP-Mitgründers und Sammlers Hasso Plattner für Aufregung gesorgt, er werden seine impressionistischen Gemälde langfristig in die USA bringen, sollte das Gesetzt wie jetzt geplant in Kraft treten. Für Plattners Sammlung von Impressionisten, Expressionisten und DDR-Kunst wird in Potsdam gerade das private Museum Barberini errichtet. Potsdams Oberbürgermeister Jakobs warnte vor einem „kulturpolitischen Skandal allerersten Ranges“ in Potsdam und fordert in einem Brief an Grütters die Rücknahme des Gesetzes. dpa/Tsp

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