Studenten-Oscars : Münchner Filmstudent gewinnt Gold

Es ist einer der begehrtesten Nachwuchspreise der Filmindustrie: Alex Schaad hat für seinen Social-Media-Thriller "Invention of Trust" den goldenen Studenten-Oscar gewonnen.

Regisseur Alex Schaad, Gewinner bei den Student Academy Awards für «Invention of Trust».
Regisseur Alex Schaad, Gewinner bei den Student Academy Awards für «Invention of Trust».Foto: dpa

Die goldene Oscar-Figur ist für manch aufstrebenden Filmemacher ein Lebenstraum. Der Münchner Filmstudent Alex Schaad hat ihn sich in kleinerer Form nun schon erfüllt: Er gewinnt die goldene Statuette für Nachwuchs-Talente für seinen Social-Media-Thriller „Invention of Trust“. Als Gewinner stand Schaad schon seit Wochen fest, aber erst bei der Preisverleihung in Los Angeles am Donnerstagabend (Ortszeit) verkündete die Academy, wer in der Sparte „ausländischer Spielfilm“ Gold, Silber und Bronze gewann.

Schaad wurde in Kasachstan geboren und kam im Alter von drei Jahren mit seinen Eltern nach Deutschland. Er wuchs in Sigmaringen („in Schwaben, im tiefsten“) auf und arbeitete nach seiner Schulzeit drei Jahre lang freiberuflich für Film, Fernsehen und Theater. Seit 2013 ist er Student an der Hochschule für Fernsehen und Film (HFF) in München. Der 30-minütige Film „Invention of Trust“ war sein zweiter Übungsfilm im Rahmen seines Regie-Studiums am Lehrstuhl von Professor Andreas Gruber, wie die Hochschule stolz mitteilte. Das Drehbuch hat er gemeinsam mit seinem Bruder Dimitrij geschrieben. Schaad erzählt in seinem Film die Geschichte eines jungen Gymnasiallehrers. Dieser erfährt, dass ein Unternehmen seine Internet- und Handydaten gekauft hat - und ihn damit erpresst.

Schaad: "Glück und Schicksal"

„Als wir den Film gemacht haben, haben wir schon gewusst, dass wir da etwas ganz Anständiges haben, aber für uns war es immer ein Übungsfilm im Rahmen des Studiums und nicht mehr als das“, sagte Schaad. „Er war nicht dafür vorgesehen, erfolgreich zu sein, und ich kann bis heute nicht verstehen, wie wir das große Glück haben können, dieses Echo zu bekommen. Aber es ist genau das: Zu einem immensen Teil ist es Glück und Schicksal."


Silber für Felix Ahrens' "Am Ende der Wald"

Silber gewann in derselben Sparte der Niedersachse Felix Ahrens, Absolvent der Filmuniversität Babelsberg Konrad Wolf, mit seinem Abschlussfilm „Am Ende der Wald“. Ahrens' Kurzfilm handelt von einer jungen Polizistin, die einen Tschechen erschießt und sich von Schuldgefühlen geplagt in eine Falle locken lässt.

Unter den weiteren Gewinnern ist mit Ahmad Saleh auch ein Absolvent der Kölner Kunsthochschule für Medien. Sein Kurzfilm „Ayny - My Second Eye“ - eine deutsch-jordanische Koproduktion - erhielt den Preis in der Kategorie „Bester Ausländischer Animationsfilm“. Diese Sparte wurde in diesem Jahr neu geschaffen. 

Mit den Studenten-Oscars ehrt die Akademie seit 1972 ausländische Regisseure und junge Talente von Filmhochschulen in den USA. Bei der Filmakademie wurde in diesem Jahr eine Rekordzahl von 1749 Filmen eingereicht, die meisten aus den USA, aber auch 95 ausländische Hochschulen beteiligten sich. Fünf deutsche Filmproduktionen hatten es Anfang August in die engere Wahl geschafft. dpa

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben