Trendtier des Monats: das Alpaka : Auch Alpakas tragen Pulli

Schafskälte liegt über Deutschland. Viele Tiere sind bereits geschoren und frieren nun. Und jetzt bekommt das Schaf auch noch Konkurrenz: Das aus den südamerikanischen Anden stammende Alpaka erobert deutsche Weiden

Christian Schröder
Ein Alpaka steht in Friedberg (Hessen) wiederkäuend auf einer Wiese. Die aus den südamerikanischen Anden stammenden Tiere werden in Deutschland hauptsächlich für Hobbyzwecke gehalten. Foto: Emily Wabitsch dpa/lhe
Ein Alpaka steht in Friedberg (Hessen) wiederkäuend auf einer Wiese. Die aus den südamerikanischen Anden stammenden Tiere werden...Foto: Emily Wabitsch dpa/lhe

Zum heutigen Johannistag, an dem der Prophet Johannes der Täufer geboren wurde, werfen wir einen Blick in das Buch mit den ewiggültigen Bauernregeln. „Regnet’s am Johannistag“, so lautet die Weissagung, „so regnet es noch vierzehn Tag“. Da heißt es tapfer sein, denn kalt ist es ja bereits.

Mitten im Sommer zu frieren ist ein Phänomen, das scheinbar zu den meteorologischen Paradoxien gehört. Ist aber überhaupt nicht ungewöhnlich. Wer jetzt bibbert, demonstriert seine Solidarität mit den Schafen, die oft schon geschoren sind und deshalb besonders unter der so genannten Schafskälte leiden. Weil der Mensch dem Schaf seine Wolle wegnimmt, besitzt er Wollpullover, mit denen er sich schützen kann, während das Schaf, das als duldsam und unterwürfig gilt, mit der leeren Haut dasteht. So kann der in dieser Jahreszeit zumeist durch feucht-kühle Luft aus dem Nordwesten entstehende Temperatursturz bedrohlich werden für die Tiere. Die Wahrscheinlichkeit einer solchen Abkühlung in der zweiten Junihälfte liegt bei 89 Prozent. Es ist zum Schaudern, Gänsehautbekommen und mit den Zähnen klappern.

Und nun bekommen die 1,6 Millionen Hausschafe, die hierzulande leben, auch noch Konkurrenz. Das aus den südamerikanischen Anden stammende Alpaka erobert die deutschen Wiesen. Alpakas gehören zur Familie der Kamele, ähneln den etwas größeren Lamas, sind aber friedliebend, spucken also nicht. Aus ihrer Wolle lassen sich Steppdecken, Strickjacken, Mützen und Plüschtiere machen. Es gibt auch zweifarbige Exemplare, die Appaloosa Alpakas. Ein buntes Tier sei „ein Eyecatcher auf jeder Weide“, versichert die Website appaloosa-alpakas.de. Gerade in Brandenburg boomt die Zucht. Der Alpaka-Park im Landkreis Uckermark bietet neben der Wollspinnerei auch einen „Deckservice“ an. Die „Alpakazucht Brandenburg“ verkauft ganzjährig „Stuten, Hengste und Jungtiere“. Und im Nieplitzhof im Nuthe-Urstromtal hat das Alpaka-Weibchen „Chianti“ soeben, am 22. Juni, eine Tochter bekommen. Ein Name wird noch gesucht.

Die Schafskälte dürfte sich noch einige Tage auf unsere Gemüter legen. Aber auf eines können fröstelnde Alpakas, Schafe und Menschen sich freuen: die Hundstage. Die heißeste Periode des Jahres reicht von Ende Juli bis Mitte August.

1 Kommentar

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben