Verleihung des Praemium Imperiale : "Nobelpreis der Kunst" für Wolfgang Laib

Blütenstaub, Wachs oder Milch sind die Stoffe, mit denen Wolfgang Laib arbeitet. In Japan erhält er den wichtigsten Kunstpreis der Welt.

Spürt "wesentlichen Menschheitsfragen" nach: Wolfgang Laib
Spürt "wesentlichen Menschheitsfragen" nach: Wolfgang LaibFoto: dpa

Die japanische Prinzessin Hitachi hat dem deutschen Bildhauer und Konzeptkünstler Wolfgang Laib (65) sowie weiteren Künstlern am Mittwoch in Tokio den wichtigsten internationalen Kunstpreis, den japanischen „Praemium Imperiale“, verliehen. Die Gemahlin des jüngeren Bruders von Kaiser Akihito überreichte die Auszeichnungen feierlich in Anwesenheit zahlreicher geladener Gäste des öffentlichen Lebens in der Meiji-Gedächtnishalle in Tokio.

Der Preis, gestiftet von der Japanischen Kunst-Vereinigung (Japanese Art Association) und oft als "Nobelpreis der Kunst" bezeichnet, ist für jeden Preisträger mit umgerechnet 112 500 Euro dotiert. In einer emotionalen Rede zeigte sich Laib als Vertreter der Preisträger tief dankbar für die Ehre. Es gebe in der westlichen Sprache „kein Wort“, das seine „tiefe Freude“ zum Ausdruck bringen könne.

Die Verleihung des „Praemium Imperiale“ würdige die Kunst als „das wichtigste für unsere Gesellschaft“. Kunst sei „die Basis für unsere Gesellschaft, die Basis für Humanität und die Zukunft“, sagte der Bildhauer.

Mit seinen Arbeiten habe Laib jenseits von Moden und Trends wesentlichen Menschheitsfragen nachgespürt, hieß es zur Begründung von der Jury. Besonders bekannt wurde Wolfgang Laib durch seine farbkräftigen Installationen aus eigenhändig gesammeltem Blütenstaub. Auch andere organische Stoffe wie Reis oder Milch finden in seinem Schaffen häufig Verwendung. Seine Werke wurden unter anderem im National Museum of Modern Art in Tokyo, dem Haus der Kunst in München und dem MoMA in New York ausgestellt. Wolfgang Laib lebt und arbeitet in Hochdorf an der Riß bei Biberach (Baden-Württemberg) sowie in New York und in Indien.

Weitere Preisträger sind der japanische Maler und Popkünstler Tadanori Yokoo, der französische Architekt Dominique Perrault, die Pianistin Mitsuko Uchida, die zu der Verleihungszeremonie nicht erscheinen konnte, und die französische Tänzerin Sylvie Guillem.

dpa/tsp

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