Kultur : Zukunft wagen Das Bauhaus-Archiv zeigt Werke junger Designer

Kaspar Heinrich

Mensch und Technik, Handwerk und Tradition, Raum und Gemeinschaft. Diese Begriffspaare empfangen den Besucher des Bauhaus-Archivs in Form einer Stichwortwolke. Sind es Gegensätze? Oder Entwicklungsstufen? Sie spannen einen weiten inhaltlichen Bogen, den die ab Mittwoch für das Publikum geöffnete Ausstellung mit den gezeigten Arbeiten junger Designer aufnimmt.

Die Schau präsentiert Nominierte und Gewinner des diesjährigen DMY International Design Festivals, das im Juni auf dem Flughafen Tempelhof stattfand. 250 Aussteller waren dabei, die zehn nach Ansicht der Jury besten Arbeiten werden nun im Museum für Gestaltung gezeigt. Denn dem Bauhaus, so Direktorin und Jurymitglied Annemarie Jaeggi, war es wichtig, sich in der Zukunft zu verorten.

Es gibt träumerische Ansätze. So zeigt Svenja Keune ihre Masterarbeit im Studiengang Textildesign. „Emotional Dialogue“ ist ein an der Wand hängendes Gebilde aus Stoffblüten, das auf die Bewegungen des Betrachters reagiert – eine Verbindung von Kunst und Technik.

Andere Arbeiten setzen eher auf praktische Anwendbarkeit und nachhaltige Produktion. Wie das Projekt „Mobile Gastfreundschaft“ von Ania Rosinke und Maciej Chmara. Ihre Tische und Hocker aus schlichtem, hellem Massivholz sind so ineinandergebaut, dass sie sich wie Schubkarren durch die Gegend fahren lassen. Hinter der gestalterischen Nüchternheit steckt ein sozialer Gedanke: Die Designer installierten mobile Picknickplätze in mehreren österreichischen Städten und bekochten fremde Menschen auf der Straße.

Dieser partizipatorische Gedanke ist Kurator Ake Rudolf wichtig: Bei zeitgenössischem Design gehe es nicht mehr darum, Museumsstücke zu schaffen – sondern darum, das Design zu den Menschen zu bringen. Kaspar Heinrich

Klingelhöferstr. 14, Mi–Mo, 10–17 Uhr

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