• Potsdamer Neueste Nachrichten
  • Bootshandel
  • Qiez
  • zweitehand
  • twotickets
  • Berliner Köpfe
  • wetterdienst berlin

Casting-Show : Drama, Baby

11.01.2012 12:58 Uhrvon
Große Gefühle gab’s im Finale von „Germany’s Next Topmodel“ 2011, hier mit Jurorin Heidi Klum (l.), Gewinnerin Jana Beller (M.) und der Zweitplatzierten Rebecca Mir.Bild vergrößern
Große Gefühle gab’s im Finale von „Germany’s Next Topmodel“ 2011, hier mit Jurorin Heidi Klum (l.), Gewinnerin Jana Beller (M.) und der Zweitplatzierten Rebecca Mir. - Foto: dpa

Jetzt wird’s kritisch: Berliner Studenten nehmen das „GNTM“-Finale wörtlich und haben die Fernsehsendung in Buchform gepackt. Jetzt soll das Stück sogar auf die Bühne kommen.

Der Ort des Geschehens: die Lanxess Arena in Köln. Die Darsteller: drei hoffnungsfrohe Kandidatinnen, die sich vor einer kreischenden Menge im Saal, Millionen TV-Zuschauern, vor allem einer gestrengen Jury beweisen müssen. Die Handlung: Kleidchen vorführen und lächeln, lächeln, lächeln. Später fließen Tränen, denn: Nur eine kann „Germany’s Next Topmodel“ werden.

Große Gefühle perfekt inszeniert, das ist doch genau der Stoff, aus dem Dramen gemacht werden, dachten sich Gregor Weichbrodt und Grischa Stanjek, als sie das Finale der ProSieben-Castingshow mit Chef-Jurorin Heidi Klum und den drei Kandidatinnen Jana Beller, Rebecca Mir und Amelie Klever im vergangenen Frühjahr verfolgten und haben die Fernsehsendung in Buchform gepackt.

Jetzt soll das Stück sogar auf die Bühne kommen.

Auf die Idee dazu sind Weichbrodt und Stanjek durch ihr Studium gekommen, in Berlin studieren sie Kommunikationsdesign an der Hochschule für Technik und Wirtschaft (HTW). Für ihre Semesterarbeit im Fach Typografie und Layout sollten sie ein Buch gestalten – Inhalt frei wählbar, mindestens 50 Seiten sollte es haben. Zunächst wollten sie die „Tagesschau“ transkribieren, dann eine Talkshow – bis sie auf das Finale von „GNTM“ kamen. Die einfache, alltägliche Sprache der Show war genau das, wonach Weichbrodt und Stanjek gesucht hatten.

Zwanzig Stunden brauchten sie für das Transkribieren der zweistündigen Sendung. Die sich ständig wiederholenden Phrasen der Juroren setzen sich in ihren Köpfen fest: „Heidi Klum sagt zum Beispiel unglaublich oft: ,Ich habe es schon ein paar Mal gesagt, aber nur eine kann ,Germany’s Next Topmodel’ werden’“, sagt Weichbrodt. Fürs Erstellen des Storyboards teilen die Studenten das Geschehen der Show in Köln auf: Sie entwickeln ein System, das ihnen diese Arbeit erleichtert. Sobald die „Szene“ wechselt – vom Laufsteg zur Couch oder Backstage – beginnt ein neuer Aufzug, kommen neue Personen hinzu, ein neuer Auftritt. Am Ende entsteht ein Drama in sechs Aufzügen, das auf 123 Seiten die Inhaltslosigkeit der Show entlarvt. „Wir sind keine Hasser oder Fans der Show“, meint Weichbrodt, „aber wir sind schon mit einer medienkritischen Intention da rangegangen.“

Tagesspiegel twittert

Folgen Sie unserer Medienredaktion auf Twitter:

Sonja Alvarez:


Joachim Huber:
Kurt Sagatz:


Umfrage

Der Satiresendung "heute-Show" wurde die Drehgenehmigung im Bundestag verweigert. Finden Sie das richtig ?

Der Tagesspiegel im Sozialen Netz

Service

Empfehlungen bei Facebook

Weitere Themen