Jugendangebot von ARD und ZDF : Fördermittel aus Berlin und Brandenburg

Am 1. Oktober soll der Jugendkanal von ARD und ZDF im Internet starten. Noch fehlen viele Formate für die 14- bis 29-Jährigen. RBB und Medienboard haben nun einen Webvideo-Wettbewerb ausgerufen.

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Bei einer Diskussion über das Jugendangebot von ARD und ZDF kündigten RBB-Intendantin Dagmar Reim und Helge Jürgens vom Medienboard Berlin-Brandenburg den Webvideo-Wettbewerb Wigo an.
Bei einer Diskussion über das Jugendangebot von ARD und ZDF kündigten RBB-Intendantin Dagmar Reim und Helge Jürgens vom...Foto: Medienboard

Den endgültigen Namen für das Jugendangebot von ARD und ZDF gibt es immer noch nicht, dafür weiß das Team um Florian Hager nun, dass es aus der Region Berlin-Brandenburg in besonderer Weise unterstützt wird. Das Medienboard der beiden Bundesländer und die Zweiländeranstalt RBB haben auf der Media Convention einen Wettbewerb ausgerufen, um die Produktion innovativer Video-Inhalte für die junge Zielgruppe zu fördern. Das Programm trägt den Namen Wigo, was für „What’s going on“ steht, wie RBB-Intendantin Dagmar Reim erläuterte. Wer nicht weiß, was das Wort bedeutet, sei nicht der richtige Adressat für den Wettbewerb, habe man ihr gesagt, erzählt Reim, die noch bis Ende Juni den RBB leitet.

Vorgeschrieben ist bei Wigo nichts, jeder kann mitmachen, der Ideen für ein wöchentliches Format für die junge Zielgruppe hat. „Die Leute scheitern oft daran, dass sie nicht die Luft für die Langstrecke haben. Hier kann eine ,Lindenstraße der 40er Jahre‘ entstehen“, sagte Reim. Als Fördersumme stehen insgesamt 150.000 Euro zur Verfügung, diese Gelder sollen allerdings in der Region bleiben, erläuterte Helge Jürgens vom Medienboard. „Ob Entertainment, Talk, Information, Webserie oder Doku – alle Formate, Themen und Plattformen sind erlaubt“, sagte Jürgens. Doch es gibt nicht nur einen finanziellen Anreiz. Die besten Formate haben die Chance, ins neue Jugendangebot von ARD und ZDF aufgenommen zu werden. Entschieden wird in zwei Runden, im Juni und im September können Bewerbungen eingereicht werden. Nähere Informationen gibt es unter www.rbb-online.de/wigo

Das junge Angebot von ARD und ZDF soll am 1. Oktober starten. Nach dem Willen der Politik findet es ausschließlich im Internet statt. Zielgruppe sind Menschen im Alter von 14 bis 29 Jahre, wobei Florian Hager durchaus bewusst ist, dass es sich dabei um keine homogene Zielgruppe handelt, sondern um Nutzer mit ganz unterschiedlichen Interessen und Vorlieben. Die Beschränkung auf das Internet hat für die Macher durchaus Vorteile. „Die Zuschauer im Fernsehen sind schon jung, wenn sie unter 50 sind“, scherzt Hager nicht ganz unbegründet. Im Internet können die Formate passend zu den jeweiligen Plattformen entwickelt werden. Der Finanzrahmen des Jugendangebots umfasst insgesamt 45 Millionen Euro.

Serien und eine Late-Night-Show

Exklusivität wird es dabei nicht geben, neben Youtube, Facebook und Twitter wird genauso mit der Live-Streaming-Plattform Twitch geredet, und auch Mindcraft ist ein Thema. Die App, die es zudem geben wird, soll sich von den bekannten Mediatheken-Apps aus der öffentlich-rechtlichen Welt spürbar unterscheiden. Zu den Funktionalitäten wird zum Beispiel ein Themenvoting gehören, kündigte Hager an. Die Inhalte werden sich mit Themen wie Wissen, Musik, Schule beschäftigen, aber auch Serienformate jenseits von Netflix und Maxdome wird es geben. Auch über eine Morning- oder eine Late-Night-Show werde nachgedacht.

Eine gewisse Nähe zu Youtube ist bei allem allerdings nicht von der Hand zu weisen. Man sei nicht auf Youtube fixiert, aber Bewegtbild sei eben der Kern des Jugendangebots, sagte Hager, zumal es beim Google-Videodienst durchaus Leute gibt, die das richtig gut machen. Einer von ihnen ist Rayk Anders, bekannt durch seinen Kanal „Armes Deutschland“. Seine Politshow wird zu den Startangeboten des ARD/ZDF-Jugendangebots gehören. Sein Credo: „Ich bin vielleicht nicht so schnell wie Spiegel Online oder so investigativ wie die FAZ. Mir ist wichtig, dass man Herz zeigt. Ich lasse keine Sendung ohne persönliche Meinung verstreichen.“ Auf Werbegelder muss er dann verzichten, von der Entschädigung könne man aber in Berlin leben, so Anders, der über eine Webvideo-Wettbewerb bereits weit hinaus ist.

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