Bizarre Internet-Gesetze

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Lobby-Power gegen die Suchmaschine : Die Google-Neurose der Verleger
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Mit der gleichen Logik könnte ein Restaurantbesitzer von Taxifahrern Geld verlangen, die ihm Gäste bringen, ein Konzertveranstalter von den öffentlichen Verkehrsbetrieben, ein Schlüsseldienst von den „gelben Seiten“. Mit gesundem Menschenverstand hat das zwar absolut nichts zu tun, Erfolg könnte dieses absurde Ansinnen trotzdem haben. Seit Jahren fordern Leute wie Axel Springers Außenlautsprecher Christoph Keese ein sogenanntes „Leistungsschutzrecht für Presseverleger“, das eine „gewerbliche Nutzung“ von „Presseerzeugnissen“ im Internet regeln soll. Gemeint sind damit die Textschnipsel, die Suchmaschinen und News-Aggregatoren auf ihren Treffer-Listen automatisiert bereitstellen. Am Mittwoch kündigte Justizministerin Leutheusser-Schnarrenberger nun einen entsprechenden Gesetzentwurf an.

Wenige Tage zuvor hatte sich die Bundeskanzlerin Angela Merkel mit Internet-Unternehmern getroffen, um zu erörtern, warum die deutsche Web-Wirtschaft international praktisch keine Rolle spielt. Ob bei dieser Gelegenheit auch über bizarre Internet-Gesetze geredet wurde, ist nicht bekannt.

Der Autor ist Filmer, twittert und bloggt.

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