Medienkompetenz fördern : WDR gegen "7. Sinn" fürs Internet

Zwei Bundestagsabgeordnete haben vorgeschlagen, mit einer TV-Sendung wie ehemals dem "7. Sinn" Tipps zum sicheren Umgang mit dem Internet zu geben. Der WDR hält nichts davon. Andere Stimmen sprechen sich für Medienkompetenz als Schulfach aus. Ein Bundesland geht voran.

"Der 7. Sinn" war eine Fernsehsendung für mehr Sicherheit im Straßenverkehr. Eine ähnliche Sendung wünschen sich manche jetzt fürs Internet.
"Der 7. Sinn" war eine Fernsehsendung für mehr Sicherheit im Straßenverkehr. Eine ähnliche Sendung wünschen sich manche jetzt fürs...Foto: WDR

Der Westdeutsche Rundfunk (WDR) hat auf eine Anregung von CDU-Politikern reagiert, eine Verbrauchersendung speziell zu Internet-Themen zu produzieren. Intendant Tom Buhrow habe in seiner Antwort betont, dass der digitale Wandel ein Thema sei, das nicht im Rahmen einer Spezialsendung, sondern in der gesamten Breite der Programmangebote abgebildet werde, teilte der Sender mit. Nur so könnten möglichst viele Menschen erreicht werden. Die CDU-Bundestagsabgeordneten Clemens Binninger und Thomas Jarzombek hatten zuvor gefordert, in einem TV-Format nach dem Vorbild der Verkehrssendung „Der 7. Sinn“ Verhaltenstipps zum Umgang mit dem Internet - nicht zuletzt zur Abwehr von Fake News - zu geben.

Der WDR betonte, das Verbrauchermagazin „Markt“ greife bewusst jede Woche ein bis zwei Themen mit Bezug zur digitalen Lebenswelt auf. Die „Aktuelle Stunde“ sende bereits seit 20 Jahren die Rubrik „Angeklickt“, in der ARD-Netzexperte Jörg Schieb über den Themenkreis informiere. Mit Projekten wie planet-schule.de oder dem gemeinsamen öffentlich-rechtlichen Medienportal so-geht-medien.de setze sich der WDR wie die gesamte ARD dafür ein, die Medienkompetenz zu fördern.
Die Bundesdatenschutzbeauftragte Andrea Voßhoff hat unterdessen ein Schulfach für digitale Kompetenz gefordert. Die Digitale Kommunikation sei auch für Schüler nicht mehr aus dem Alltag wegzudenken, sagte sie der „Neuen Osnabrücker Zeitung“. „Die damit zusammenhängenden Datenschutzfragen sind so komplex, dass sie nicht allein in den Familien, sondern von entsprechend geschulten Personen in der Schule aufgegriffen werden müssen.“ Hier sei auch der Gesetzgeber gefragt.

In Thüringen will man darauf nicht warten. In dem Bundesland wird künftig an Grundschulen das Fach Medienkunde unterrichtet. Am kommenden Dienstag soll der konkrete Kursplan für das neue Grundschulfach vorgestellt werden. Tsp/epd/AFP

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