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"Spiegel"-Titel zu Trump : US-Präsident als Schlächter der Freiheitsstatue spaltet die Gemüter

Donald Trump mit einem Messer und dem blutigen Kopf der Freiheitsstatue in den Händen: Der "Spiegel" löst mit seinem aktuellen Titelbild kontroverse Reaktionen aus.

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Das umstrittene "Spiegel"-Cover
Das umstrittene "Spiegel"-CoverFoto: Reuters

Eines hat das Hamburger Nachrichtenmagazin erreicht: Das Titelbild der neuen „Spiegel“-Ausgabe schlägt hohe Wellen. Das vom kubanischen Künstler Edel Rodiguez gestaltete Cover zeigt US-Präsident Donald Trump in martialischer Pose: als Schlächter, der die Freiheitsstatue köpft.

Das kontroverse Cover wird im Web heftig diskutiert. Bild.de-Chef Julian Reichelt twittert, die Grafik sei das „mit Abstand abstoßendste und geschmackloseste ,Spiegel’-Cover aller Zeiten“. FDP-Politiker Alexander Graf Lambsdorff sagt, der Titel spiele „in ekliger Weise mit dem Leben von Terroropfern“. Die „Washington Post“ hingegen findet das Cover „überwältigend“.

Sie zitiert den Zeichner Rodiguez: "Ich war neun Jahre alt, als ich in die USA kam. Ich erinnere mich deshalb gut daran, wie sich Kinder fühlen, die ihr Land verlassen müssen", in Anspielung auf Trumps rigide Einreiseverbote von Bürgern aus sieben islamischen Ländern. Er sprach von einer "Enthauptung der Demokratie, der Enthauptung eines heiligen Symbols".

Ähnlich äußerte sich "Speigel"-Chefredakteur Klaus Brinkbäumer. "Auf unserem Titelbild enthauptet der amerikanische Präsident jenes Symbol, das seit 1886 Migranten und Flüchtlinge in den USA willkommen heißt, und damit Demokratie und Freiheit“, teilte er der Deutschen Presse-Agentur mit. Zur Frage, inwiefern die Trump-Darstellung an die Enthauptungen durch die Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) erinnern sollte, äußerte er sich nicht.

„Ich finde die Cover-Zeichung etwas übertrieben“, sagt Tagesspiegel-Zeichner Klaus Stuttmann. So eine Karikatur sollte doch immer auch eine Option in der Zukunft offen lassen, auch bei Trump. Das sei mit dem abgeschlagenen Haupt der Freiheitsstatue eben nicht mehr gegeben. Er habe aber auch schon an eine ähnliche Karikatur gedacht - die Freiheitsstatue, noch unversehrt, liegend neben Trump.

Prinzipiell finde er die Zeichnung aber völlig legitim. Vielmehr nerve ihn die ständige Empörung darüber, was Karikaturen, Satire, beziehungsweise Kunst dürfen und was nicht.

Die Idee einer Illustration, die Trump als Schlächter der Freiheitsstatue zeigt, ist allerdings nicht neu, darauf weist Meedia.de hin. Bereits im Dezember 2015, also noch vor Beginn des US-Wahlkampfs, brachte die Tageszeitung „New York Daily News“ einen Enthauptungs-Cartoon auf der Titelseite. Der „Spiegel“-Zeichner hat sich also offenbar „inspirieren“ lassen und die Idee abgekupfert. Und die Rechnung des Hamburger Magazins, das zuletzt vom „Stern“ mit der Gabriel-Geschichte düpiert wurde, scheint aufgegangen: Publicity um jeden Preis.

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