Leserdebatte: Neues Video von KIZ : Oliver Polak als Proll-Hitler - Ist das noch Satire?

Die Berliner Rapper KIZ und der Comedian Oliver Polak haben ein neues Musikvideo mit dem Titel “Ich bin Adolf Hitler” veröffentlicht. Der Song provoziert durch anstößige Textzeilen. Handelt es sich hier um gelungene Satire, oder geht das zu weit? Diskutieren Sie mit!

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K.I.Z. sind die Rapper Tarek (25), Nico (28), Maxim (27) und DJ Craft (27) (v. links). In ihren Texten beschimpfen sie Frauen gern als "Schlampen", betonen die Größe ihrer Geschlechtsorgane.
K.I.Z. sind die Rapper Tarek (25), Nico (28), Maxim (27) und DJ Craft (27) (v. links). In ihren Texten beschimpfen sie Frauen gern...

Der jüdische Comedian und Autor Oliver Polak liebt es, zu provozieren. Bereits 2008 sorgte er mit seinem Buch “Ich darf das, ich bin Jude” für aufsehen. Mit viel Selbstironie versucht er seit Jahren, die deutsche Gesellschaft von ihren Vorurteilen und Komplexen zum Thema Judentum zu befreien. Bei seinem neuesten Versuch könnte er dabei aber zu weit gegangen sein: Zusammen mit dem Berliner Rappern KIZ veröffentlichte er vor wenigen Tagen ein neues Musikvideo, bei dem Polak den Nazi-Diktator mimt.

Als Proll-Hitler sitzt Polak in einem kleinen, verdreckten Zimmer zwischen leeren Bierflaschen - an der Wand ein Poster der Band Frei.Wild. Eine eindeutige Anspielung auf die Diskussion über die politische Gesinnung der erfolgreichen südtiroler Musiker. In einer anderen Szene wird er dann auf der Straße von einer Gruppe orthodoxer Juden zusammengeschlagen und begeht schlussendlich Suizid.

Unterlegt sind diese Szenen mit dem neusten Song der Rapper KIZ: “Ich bin Adolf Hitler”. Und dieser könnte vielen Menschen weitaus bitterer aufstoßen, als die beschriebenen Filmsequenzen. Denn dort heißt es unter anderem: Wenn ich mit meinem Finger schnipse, stehst du Plus-2 auf Schindlers Liste“ oder "Ich ziehe ne Hakenkreuz-Line aus purem Speed, Hitler, ich ziehe was, was du nicht ziehst!" Weiter singen die Berliner Zeilen wie: "Mädchen, ich bin es wirklich, nach der Party sieht der Club aus wie Dresden 45" und "Ich komm umsonst in den Club, denn ich bin Adolf Hitler, Seitenscheitel-Swag - ja, ich bin ein Hipster. Wer mich disst, ist entartete Kunst."

Über soziale Netzwerke wird das Video derzeit rasant schnell im Internet verbreitet, selbst das New Yorker Heeb-Magazin hat sich schon des Themas angenommen. Die Berliner KIZ-Rapper sind seit Jahren für ihre provokanten und überspitzten Texte bekannt - und durchaus erfolgreich. 2011 landete ihre Veröffentlichung “Urlaub fürs Gehirn” auf Platz 4 der deutschen Album-Charts. In diesem Jahr wollen sie ein weiteres Mixtape veröffentlichen, “Ich bin Adolf Hitler” ist einer der Tracks.

Liebe Leserinnen und Leser, jetzt sind Sie dran. Was halten sie von dem Video? Handelt es sich hierbei noch um Satire oder gehen die Protagonisten eindeutig zu weit - oder ist das ganze nur eine gelungene Eigenwerbung für das neue Album der Berliner? Diskutieren sie mit.

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