Berliner Flughäfen : Tegel funktioniert

11.08.2012 08:22 Uhrvon
Hier klappt es noch: Tegel funktioniert, trotz des gestiegenen Flugverkehrs. Foto: dapd
Hier klappt es noch: Tegel funktioniert, trotz des gestiegenen Flugverkehrs. - Foto: dapd

Der Pannen-Airport BER steckt in finanziellen Turbulenzen - und ob sich der neue Eröffnungstermin wirklich halten lässt, weiß niemand so genau. Tegel funktioniert übrigens trotz der massiven Ausweitung des Flugverkehrs prächtig.

Es geht längst nicht mehr um Brandschutz oder ein paar falsch verlegte Leitungen. Es geht um die Frage, was wir – die Öffentlichkeit, die Bürger, Wähler, Steuerzahler – eigentlich über den neuen, teuren Großflughafen in Brandenburg wissen. Wir sehen Fotos, auf denen Gebäude zu erkennen sind, und manch einer war auch vor Ort, um sich ein Bild zu machen. Doch lässt sich aus solchen Eindrücken nicht schlussfolgern, wie es um die Baustelle wirklich steht.

Alle Informationen über den Baufortschritt erreichen uns direkt oder indirekt über die Geschäftsführung des Flughafens. Nun hatte jenes Gremium die Risiken monatelang entweder nicht erkannt oder fahrlässig kleingeredet. Deswegen musste die Eröffnung im letzten Moment verschoben werden, deswegen explodieren die Kosten. Die aktuelle Schätzung beläuft sich auf 4,5 Milliarden Euro, Tendenz steigend. Es ist eine abstruse Idee, die Angaben ausgerechnet dieses Gremiums diesmal für verlässlich zu halten. Ist der Flughafen eine Bauruine oder ein Glanzstück moderner Infrastruktur, das in 218 Tagen seinen Betrieb reibungslos aufnimmt?

Im Moment weiß das niemand so ganz genau. Das trifft auch auf den neuen Technik-Geschäftsführer Horst Amann zu, denn auch er muss sich ja auf diese erwiesenermaßen unzuverlässigen Quellen bei der Lagebeurteilung stützen. Vorerst bedingt er sich dafür mehr Zeit aus, aber wenn er klug ist, dann wird er schon bald auf eine weitere Verschiebung der Eröffnung dringen. Es wäre die dritte. Denn würde er den Termin halten wollen und der dann platzen, wäre er der Schuldige. Würde er dagegen den Termin verwerfen, wäre das Schlamassel schuld, das er vorgefunden hat.

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Unser/e Leser/in blinder meint zum Artikel: Besuch im Reichstag bleibt umständlich:
Da von den aktuell 620 Abgeordneten bei den Sitzungen sowieso nur 20% anwesend sind, bleiben fast fünfhundert Sitze unbelegt. Hier könnte man doch die wartenden Besucher nach der obligatorischen Einlasskontrolle "zwischenparken".
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