Casdorff antwortet zur BER-Verschiebung : "Keiner wird für dumm verkauft"

Tagesspiegel-Chefredakteur Stephan Andreas Casdorff antwortet unserer Online-Community. Humor hilft gegen den BER-Irrsinn. Und der Tag wird kommen, an dem die Wirtschaft der Politik Druck machen wird.

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Chefredakteur Stephan-Andreas Casdorff.
Chefredakteur Stephan-Andreas Casdorff.Foto: Jana Demnitz

Der Großflughafen BER. Auch der aktuellste Blick in die Zukunft verheißt nichts Gutes für die Berliner Skandalbaustelle. Wenn es um den neusten Eröffnungstermin geht, ist nach Tagesspiegel-Informationen mittlerweile das Jahr 2014 im Gespräch. Alles nicht so schlimm, sagt unser Chefredakteur. In seinem aktuellen Kommentar „Der neue Flughafen ist doch nicht so wichtig“ schreibt er: "Vielleicht ist es aber auch so: dass es eigentlich egal ist, ob Berlin-Brandenburg-International rechtzeitig kommt oder nicht."

Aber wie viel Galgenhumor ist bei den explodierenden Baukosten noch angebracht? Von 2,83 Milliarden Euro war ursprünglich die Rede, dann von 3,5 Milliarden Euro. Jetzt könnten die Kosten um weitere 1,7 Milliarden Euro steigen. Und so ist unser Leser „firdalion“ der Meinung: „Herr Casdorff, darüber macht man keine Späße.

Was ist wichtig und was nicht? Sicher, für die Abwicklung des Berliner Flugverkehrs ist der Flughafen nicht so bedeutend, so unser Leser "w.r.". Aber falsch sei die Aussage, der Flughafen BER sei nicht so wichtig. Denn jede weitere Verzögerung verursacht eben neue Kosten, für die der Steuerzahler aufkommen muss. Werden die Steuerzahler also für dumm verkauft?

Der Flughafen BER wird und wird nicht fertig und die Wirtschaftsvertreter in der Region sind erstaunlich leise. "Wäre der Flughafen geradezu lebenswichtig, dann wären beispielsweise die Spitzenvertreter von Wirtschaft und Tourismus mächtig hinter, dass es wirklich fertig wird.", schreibt unser Chefredakteur. Täglich beweisen Schönefeld und Tegel, dass es auch ohne Großflughafen geht, so Casdorff.

Unser Leser "daemmi" erwidert: "Was könnte denn Druck von Seiten der Wirtschaft bewirken?“ Und unser Leser "poetnix" ergänzt über das zurückhaltende Verhalten von Seiten der Wirtschaft: "Dies liegt jedoch wahrscheinlich nicht an den funktionierenden Alt-Flughäfen, sondern an der Angst unserer ´Eliten`, Stellung zu beziehen, da sie miteinander verwoben sind."

Wir haben unseren Chefredakteur mit den Fragen und Aussagen der Tagesspiegel-Community konfrontiert. In unserem Video sehen Sie seine Antworten an unsere User.

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