CDU und AfD : Späte Einsicht

Die CDU beginnt sich mit der "Alternative für Deutschland" auseinanderzusetzen. Das wirkt zu diesem Zeitpunkt doppelt hilflos

Robert Birnbaum
Abgrenzen oder nicht? Die CDU unter Parteichefin Merkel ist sich uneins, wie man mit der AfD umgehen will. Foto: dpa
Abgrenzen oder nicht? Die CDU unter Parteichefin Merkel ist sich uneins, wie man mit der AfD umgehen will.Foto: dpa

Peter Tauber hat recht: Die „Alternative für Deutschland“ ist keine normale bürgerliche Partei, sie spielt gezielt mit Worten und Inhalten, die den rechten Rand ködern, und müffelt auch sonst auf sehr unangenehme Weise gestrig. Schade nur, dass das dem CDU-Generalsekretär gerade jetzt auffällt. Die CDU-Spitze hat bisher versucht, den neuen Konkurrenten totzuschweigen. Ob dies das richtige Konzept für den Europawahlkampf war, darüber kann man streiten. Die CSU-Methode „Ausschalten durch Angleichen“ war erkennbar falsch; die AfD war allerdings auch in CDU-Landen stark. Und das war so absehbar wie die Debatte über den Umgang mit den Neuen. Deshalb wirken Taubers starke Worte heute doppelt hilflos.

Auf die Frage „Warum nicht gleich so?“ gibt es nur eine taktische, also schwache Antwort. Auf die Frage „Warum jetzt?“ müsste die ehrliche Auskunft lauten: Weil wir Angst haben, dass unsere eigenen Konservativen die AfD sonst weiter schönreden. Dass sich diese chronisch frustrierten Truppen von einem jungen Mann beeindrucken lassen, der sie mal eben zu Verrätern an den Ideen der Vorväter erklärt, ist wenig wahrscheinlich. Peter Tauber hat trotzdem recht. Nur ersetzt Rechthaben kein Konzept.

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