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Deidre Berger: : „Wir müssen die Demokratie wachhalten“

01.02.2013 00:00 Uhrvon
Foto: Mike WolffBild vergrößern
Foto: Mike Wolff

Die kleine, zierliche Frau kennt sie alle, die Großen und Wichtigen: Deidre Berger leitet seit 15 Jahren das Berliner Büro des American Jewish Committee. Ein Porträt.

In solchen Momenten strahlt Deidre Berger noch mehr als sonst: wenn Bundestagsabgeordnete, Journalisten und Wissenschaftler ihre Argumente aufnehmen, wenn Angela Merkel in einer öffentlichen Rede aus einer Broschüre des American Jewish Committee zitiert. Dann hat sie das Gefühl, die vielen Telefonate, Debatten und Roundtable-Diskussionen, die Salongespräche, Hintergrundberichte und Recherchen haben etwas bewirkt. Ein paar Menschen mehr haben verstanden, warum die politische Situation im Nahen Osten so komplex ist, warum es Juden verletzt, wenn sie pauschal für die israelische Politik in Haftung genommen werden und weshalb es sich lohnt, für die Demokratie zu kämpfen.

Deidre Berger leitet das Berliner Büro des American Jewish Committee, einer über hundert Jahre alten Lobbyorganisation in den USA. Am heutigen Freitag feiert das Berliner Büro 15-jähriges Bestehen. Deidre Berger hat 300 erlesene Gäste ins Hotel Adlon geladen, Bundesaußenminister Guido Westerwelle (FDP) hält das Grußwort.

Die kleine, zierliche Frau kennt sie alle, die Großen und Wichtigen, und alle kennen sie. Sie ist bestens informiert und vernetzt, diplomatisch geschickt und obendrein charmant. Und wer könnte sich ihrer Energie entziehen, mit der sie Dinge vorantreibt?

Aufgewachsen ist Deidre Berger in Missouri. Sie ist die älteste Tochter und hat auf einer reinen Frauenuniversität studiert. Das stärkt das Selbstbewusstsein und trainiert den Mut zur unabhängigen Meinung. In den 70er Jahren hat sie sich für mehr demokratische Rechte engagiert, für Vielfalt, für Meinungsfreiheit. „Frage nicht, was dein Land für dich tun kann, sondern frage, was du für dein Land tun kannst“, hat John F. Kennedy gesagt. Deidre Berger lebt diesen Satz. Nach dem Studium arbeitete sie als Journalistin, 1984 kam sie als Korrespondentin nach Deutschland.

Sie hat den Mauerfall miterlebt und alle Windungen der deutschen Vergangenheitsbewältigung. „Die Menschen sind viel sensibler geworden für das Thema“, sagt sie. Umso mehr hat sie überrascht, wie heftig über die Beschneidung gestritten wurde, welcher Hass, welche uralten Vorurteile über die jüdische Gemeinschaft hereinbrachen. Sie hat Informationen gesammelt, um aufzuklären, sie hat recherchiert und argumentiert. Antisemitismus, sagt sie, hat es immer gegeben, mal mehr, mal weniger. Es klingt nicht im Mindesten resigniert.

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