Dernbach antwortet zur Korandebatte : "Wir müssen unsere Maßstäbe aufstellen"

Tagesspiegel-Politikredakteurin Andrea Dernbach antwortet unserer Online-Community und erklärt im Video, warum die kostenlose Koranverteilung der Salafisten nicht den Untergang unserer Demokratie bedeutet.

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Politikredakteurin Andrea Dernbach.
Politikredakteurin Andrea Dernbach.Foto: Jana Demnitz

Salafisten, radikale Islamisten, die die Einführung des islamischen Rechts – die Scharia – befürworten, haben am Wochenende wie in Berlin am Potsdamer Platz hunderte Koranexemplare verteilt. Vom Verfassungsschutz wird die kostenlose Verteilung als Propagandaaktion eingestuft. In der Öffentlichkeit sorgte alleine schon die Ankündigung für Aufregung und teilweise für Empörung.

Unsere Tagesspiegel-Politikredakteurin Andrea Dernbach schreibt dazu in ihrem Kommentar "Wer den Koran verteilt, hat das Recht dazu", die freiheitlich-demokratische Grundordnung sei alleine durch solch eine Verteilaktion nicht zum Einsturz zu bringen. "Das Recht auf freie Meinungsäußerung und das Recht, seine Religion zu leben, hat in einem liberalen Rechtsstaat jede und jeder, mögen sie anderen Mitmenschen, politisch, religiös, vielleicht auch ästhetisch noch so unangenehm sein."

Einige Leser in unserem Forum können diese Meinung aber nicht ganz nachvollziehen, gerade weil es sich um eine radikale Splittergruppe handelt. So schreibt der Leser „team_six“: „Es wäre doch sehr naiv nur zu glauben, dass es um eine reine Verteilung des Korans geht. Man sollte sich mal über die Salafisten, deren Ziele und vor allem über den Initiator sachkundig machen. Meines Erachtens wird in den nunmehr drei Artikeln von Frau Dernbach bewusst "tief gestapelt".

Einige Tagesspiegel-Leser vergleichen in dieser Debatte auch die Religionsfreiheit in Deutschland mit dem Verbot anderer Religionen oder sogar der gewaltsamen Verfolgung Andersgläubiger in muslimischen Ländern, wie der Leser KPH: „Wenn ich allerdings als Christ, Hindu oder Buddhist in Saudia Arabien lebe, dann darf ich weder meine Glaubenssymbole offen zeigen, noch meine Religion ausüben.“

Im Zuge der Koranverteilung wurde im Internet ein Drohvideo über kritisch berichtende Journalisten veröffentlicht. Darin wurde auch einer unserer Mitarbeiter genannt. Der Tagesspiegel berichtete deshalb zunächst nur am Rande darüber. Unsere Leserin „Julia46“  fragt in ihrem Kommentar: „Wieso muss ich so etwas aus einem Interview des hessischen Rundfunks erfahren, statt davon in meiner Tageszeitung zu lesen?“

Wir haben unsere Politikredakteurin Andrea Dernbach mit den Fragen und Aussagen der Tagesspiegel-Community konfrontiert. In unserem Video sehen Sie ihre Antworten an unsere User.

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