Meinung : Die Gewinne der Atomkonzerne sind sicher

„Das vierte Atomzeitalter / Mehr Energie, weniger Abfall – aber auch sicherer? Pläne für eine neue Generation von Kernkraftwerken“ von Ralf Nestler vom 15. Juni

In den 50er und 60er Jahren des letzten Jahrhunderts wurde ich als Kind und Jugendlicher stets mit der verheißungsvollen Aussage beglückt: „Eintritt ins Atomzeitalter – die Lösung unserer Energieprobleme“. Nach der Katastrophe von Tschernobyl 1986, den Beinahekatastrophen von Harrisburg/USA 1979, Forsmark/Schweden 2006 und radioaktiver Müllkatastrophe in Asse-Niedersachsen, hangeln sich die Betreiber der Atomkraftwerke von einer Generation zur nächsten, immer mit neuen Verheißungen.

Wenn eines dabei sicher ist, dank staatlicher Subventionen, dann ist es der Profit der Konzerne. Die katastrophalen Folgen alleine in Asse, mit bisher geschätzten drei Milliarden Euro, werden im Wesentlichen die Steuerzahler zu begleichen haben.

Wenn man nur einen der im Artikel aufgeführten Punkte herausgreift, „Höchsttemperaturreaktor“ oder auch „Kugelhaufenreaktor“, dann kann man bei näherer Betrachtung etwas von dem Irrsinn Energiegewinnung durch Atomkraft erkennen. Solch ein Reaktor stand nicht nur in Jülich, sondern etwas größer auch in Hamm-Uentrop in NRW. Dort hieß er der „Graphit-Kugelhaufen-Reaktor“, galt lange Zeit als Zukunftsprojekt und Exportschlager. Bis den Betreibern nichts anderes übrig blieb, als den Reaktor aus Sicherheitsgründen runterzufahren und nach Milliardensubventionen zu begraben.

So könnte man fortfahren mit dem Aufführen von Milliardengräbern verursacht durch Atomenergie. Um nur einige zu nennen: Wiederaufbereitungsanlage Wackersdorf, Schneller Brüter in Kalkar, Atomkraftwerk Mülheim-Kärlich. Dreistellige Millionensummen kostet der Rückbau, bzw. Abbau.

Wenn der Tagesspiegel aber in einem anderen Punkt von dem im Bau befindlichen neuesten und modernsten Atomkraftwerk Olkiluoto in Finnland schreibt, sollte auch nicht verschwiegen werden, dass dieses AKW, dessen Fertigstellung sich um Jahre verzögert hat und die Baukosten sich verdoppelt haben, von Experten schon jetzt als Milliardengrab bezeichnet wird.

Der 1991 gestorbene Zukunftsforscher Robert Jungk, sprach schon 1980 auf einer Demonstration, „dass es keine friedliche Atomenergie geben würde. Atomenergie wäre immer Krieg gegen die Menschheit und alle folgenden Generationen“. Dem ist nicht mehr viel hinzuzufügen.

Michael Mohr, Köln

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