Die neue BER-Finanzchefin : Heike Fölster kennt die Branche

Auf die neue BER-Finanzchefin Heike Fölster kommt eine schwierige Aufgabe zu. Sie muss das Kostenchaos am Hauptstadtflughafen ordnen. Jetzt wird sich zeigen, ob ihre fachliche Expertise in der Flughafenbranche dafür ausreicht.

Silke Kersting
Vergangenen Mittwoch wurde Heike Fölster vom BER-Aufsichtsrat zur neuen Finanzchefin des Flughafens berufen. Foto: dpa
Vergangenen Mittwoch wurde Heike Fölster vom BER-Aufsichtsrat zur neuen Finanzchefin des Flughafens berufen.Foto: dpa

Heike Fölster weiß, auf welchen energiegeladenen Chef sie sich einlässt. Die 52-Jährige kennt Hartmut Mehdorn seit Anfang der 1990er Jahre, als beide bei der Deutschen Aerospace (Dasa) in München beschäftigt waren, mit Mehdorn im Vorstand.

Jetzt ist der 70-Jährige Chef der Berliner Flughäfen – und Fölster ist vergangenen Mittwoch auf einer Sondersitzung des Aufsichtsrats als neue Finanzchefin berufen worden.

Der neu geschaffene Posten sollte seit Monaten besetzt werden. Bis zu seinem Rauswurf im Januar war Ex-Geschäftsführer Rainer Schwarz verantwortlich für die Finanzen der Berliner Flughäfen; die Suche nach Verstärkung begann allerdings schon vorher. Die Herausforderungen sind zu groß, als dass das Ressort weiter vor sich hindümpeln könnte. Neben Hartmut Mehdorn ist noch Technik- Chef Horst Amann in der Geschäftsführung.

Eine Herausforderung für die Diplom-Betriebswirtin Fölster sind nicht nur die gestiegenen Baukosten für die Fertigstellung des Berliner Großflughafens. Jeder Monat Verzögerung kostet den Steuerzahler 40 Millionen Euro. Im vergangenen Jahr hatte die Kommission der Europäischen Union zusätzliche Mittel der drei Gesellschafter Berlin, Brandenburg und Bund in Höhe von 1,2 Milliarden Euro bewilligt. Ob es nach der letzten Verschiebung des Starttermins im Januar abermals zu einem finanziellen Engpass kommt, ist offen.

Heike Fölster kennt die Flughafenbranche. Sie kommt vom Prüfunternehmen Germanischer Lloyd in Hamburg. Das Unternehmen bewertet Schiffe, Anlagen zur Förderung von Öl und Gas sowie Windkraft- und Solaranlagen nach internationalen Sicherheits- und Umweltstandards. Das Unternehmen steht vor der Fusion mit dem Rivalen Det Norske Veritas aus Oslo. Womöglich hat der damit zu erwartende Personalumbau die Entscheidung Fölsters verstärkt, erneut die Branche zu wechseln. Zwischen 2003 und 2008 war sie Finanzchefin des Hamburger Flughafens.

(mit dpa)

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