Ende des Fernsehpreises : Emmy für Deutschland

Deutschland braucht einen Fernsehpreis. Denn ein Fernsehen, das sich nicht preist, ist sich selbst auch nichts wert. Ein Kommentar

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Was 1999 mit großem Aplomb gestartet wurde, ist 2014 endgültig ruiniert: der Deutsche Fernsehpreis. Die verantwortlichen Sender – ARD, ProSiebenSat 1, RTL und ZDF – haben über die Jahre ständig an den Kategorien herumgetrickst, dann wurde die Verleihung nicht mehr live, sondern als Aufzeichnung ausgestrahlt. Da hatten nach der Branche auch die Zuschauer keine Lust mehr. Aber die beteiligten Sender wollen nicht aufgeben, Produzenten sollen frische Konzepte einreichen. Anfang 2015 wird entschieden – über Ende oder Neuanfang. Geben die Sender auf, dann werden zwei Printverlage – Funke/ „Hörzu“ und Burda/„Bunte“ – die TV-Leistungen in TV-Galas preisen. Mehr Blamage für das Massenmedium Nummer eins geht nicht. In den USA ist es seit 1947 Tradition, dass das Fernsehen, das sich als integraler Bestandteil der Unterhaltungsindustrie begreift, den „Emmy“ vergibt. Mittlerweile in 91 Kategorien. Daran ist dreierlei richtig: Fernsehen muss aus eigenem Selbstverständnis heraus das, was nur Fernsehen kann, würdigen. Fernsehen ist eine Kollektivleistung, also müssen die 91 Einzelnen im Kollektiv ausgezeichnet werden. Eine Verleihung muss live sein, sonst ist das Momentum verschenkt. Ein Fernsehen, das sich nicht preist, ist sich selbst auch nichts wert.

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