EU-Tabakrichtlinie : Der Lobby getrotzt

Die EU-Tabakrichtlinie hat am Dienstag eine wichtige Hürde genommen. Bald wird es wohl große Schockbilder auf Zigarettenpackungen geben. Die Industrie muss sich das gefallen lassen - ihr Produkt ist gefährlich.

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Autsch. Die EU will den Bürgern optisch weh tun - damit sie weniger rauchen.
Autsch. Die EU will den Bürgern optisch weh tun - damit sie weniger rauchen.Foto: dpa

Das Prinzip ist richtig: Wer rauchen will und das Gesundheitsrisiko in Kauf nimmt, darf das. Gleichzeitig tut die EU mit dem neuen Gesetz, das am Dienstag eine wichtige Hürde genommen hat, aber sehr viel, um das Qualmen unattraktiv zu machen. Das Verbot irreführender Aromen etwa soll gerade Jugendliche davon abhalten, das erste Mal zur Zigarette zu greifen. Großflächige Schockbilder und Warnhinweise, die künftig zwei Drittel der Oberfläche einer Zigarettenschachtel ausmachen werden, haben in Ländern wie Kanada bereits zu einer deutlichen Senkung des Anteils jugendlicher Raucher geführt. Die Industrie muss sich solche Einschränkungen gefallen lassen, da sie ein gefährliches Produkt anbietet. Dass sich die Zigarettenhersteller damit abfinden, ist freilich unwahrscheinlich: Mit einer Klage vor dem Europäischen Gerichtshof ist zu rechnen. Wie überhaupt die Lobbyisten der Branche nichts unversucht gelassen haben, um einer schärferen Regulierung zu entgehen. Doch im Grundsatz steht die Verschärfung der Auflagen – und das ist gerade angesichts des Lobbyaufwands nicht wenig.

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