Fleischkonsum : Ein Hungermacher

Mindestens ein Drittel der weltweit verfügbaren landwirtschaftlichen Flächen wird genutzt, um die Mägen von Schweinen, Rindern und Hühnern vor allem in den Industrieländern zu füllen. Der Skandal muss ein Ende haben.

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Drangvolle Enge im Stall. Das geht nur mit Antibiotika.
Drangvolle Enge im Stall. Das geht nur mit Antibiotika.Foto: dpa

Fleisch macht hungrig – und zwar nicht den, der es isst. Die aufgeregte Debatte über „Tank oder Teller“, also Biosprit oder Lebensmittel, hat den größten landwirtschaftlichen Problemfall, nämlich die Futtermittelherstellung, links liegen gelassen. Das entscheidende Problem ist die Frage, was auf dem Teller und was im Trog landet. Mindestens ein Drittel der weltweit verfügbaren landwirtschaftlichen Flächen wird genutzt, um die Mägen von Schweinen, Rindern und Hühnern vor allem in den Industrieländern zu füllen. Diese Flächen liegen nicht nur in Europa oder den USA, sondern in Brasilien, Argentinien, Paraguay oder Afrika. Eine wachsende Weltbevölkerung wird, wenn der Fleischkonsum im aktuellen Tempo weiter steigt, kaum noch zu ernähren sein. Schon heute verbraucht die Landwirtschaft rund 70 Prozent des verfügbaren Trinkwassers für Pflanzen, die als Lebens- oder Futtermittel eingesetzt werden. Angesichts des Klimawandels haben immer mehr Regionen mit „Wasserstress“ zu kämpfen. Wo es heute schon trocken ist, wird in Zukunft aller Voraussicht nach noch weniger Regen fallen. Aber nur mit einer weiteren Ausweitung der Bewässerung lassen sich größere Ernten für immer mehr Menschen erzielen. Fleisch ist kein „Stück Lebenskraft“. Fleisch ist ein Problem.

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