Fußball-WM 2022 : Fifa? Mafia!

Ein Politiker aus Kuwait, Scheich Ahmad al Sabah, hat sich zur Kritik an der geplanten Fußball-Weltmeisterschaft in Katar geäußert. Die Gegner des Turniers seien Rassisten. Mit anderen Worten, wer sich gegen die WM in Katar ausspricht, hasst die Araber.

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Keine runde Sache: die Fußball-WM in Katar.
Keine runde Sache: die Fußball-WM in Katar.Foto: dpa

Scheich al Sabah ist nicht nur Präsident des Nationalen Olympischen Komitees seines Landes, sondern auch Präsident der Olympischen Organisation Asiens, außerdem verwaltet er den IOC-Entwicklungshilfefonds. Er ist einer der mächtigsten Sportfunktionäre der Welt.

Es wird immer wahrscheinlicher, dass die Fußball-WM 2022 in Katar durch Korruption erkauft wurde. Außerdem werden in Katar auf den Baustellen Sklavenarbeiter aus den ärmeren Regionen Asiens bei lächerlichen Hungerlöhnen zu Tode geschunden, viele sterben bei Unfällen, ein Leben ist nichts wert. Die Zustände dort sprechen all den wohlklingenden Sätzen Hohn, die in den Dokumenten der internationalen Sportverbände zu finden sind. IOC, Fifa, solche Klubs haben immer weniger mit den Ideen des Barons Pierre de Coubertin zu tun und immer mehr mit der Mafia. Sport ist Mord.

Trotzdem werde ich mir die Fußball-WM anschauen, erstens, weil ein Boykott nichts nützt, zweitens, weil es einfach zu viel Spaß macht. Aber das Gefühl, dass zumindest einige der Hintermänner finstere Typen sind, werde ich leider nicht los. Der internationale Sportbetrieb braucht so dringend eine Revolution wie Südafrika in den Zeiten der Apartheid.

Vielleicht bin ich ja auch nur ein unverbesserlicher Rassist. Falls Scheich al Sabah recht hat, dann können die arabischen Veranstalter in Katar ja nicht anders. Ausbeutung, Korruption und Unterdrückung sind ganz einfach ein unverzichtbarer Teil ihrer Kultur, die wir respektieren sollten. Was bei uns das Hofbräuhaus ist und der Alpenverein, das ist bei ihnen halt die Sklaverei. Auch die Sklavenarbeiter aus Bangladesch, die sich in Katar zu Tode schuften, sollten mehr Toleranz und Respekt für ihre Gastgeber zeigen. Dann stirbt es sich leichter.

Auffällig ist, wie perfekt die Gangster und die Unterdrücker dieser Welt inzwischen das Vokabular der Gutmenschen übernommen haben. Du protestierst gegen arabische Mörder? Du Rassist! Du bist dagegen, dass Russland sich ein Nachbarland einverleibt? Du hilfst den Faschisten! Du bist dafür, dass jeder einen fairen Prozess bekommt, auch Kachelmann? Du Sexist! Früher nannte man Leute, die für Rechtsstaat und Menschenrechte eintraten, Spinner und Vaterlandsverräter. Heute nennt man sie Rassisten, Faschisten und Sexisten. In Indien hat übrigens ein Minister der Regierungspartei, Babulal Gaur, die Ansicht geäußert, Vergewaltigungen seien „manchmal richtig“. Da müssen wir wohl sehr, sehr tolerant sein mit Herrn Gaur.

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