Hartmann ist sauer auf die ARD : Schluss mit "Waldis Club"

Duzmaschine, Weißbierzoten, Herrenwitze: Waldemar Hartmann wird wegen seiner Fußballanalysesendung "Waldis Club" immer wieder kritisiert. Jetzt hört er mit der Sendung auf, denn er ist sauer auf die ARD.

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Waldemar Hartmann ist sauer auf die ARD und will nicht mehr "Waldis Club" moderieren.
Waldemar Hartmann ist sauer auf die ARD und will nicht mehr "Waldis Club" moderieren.Foto: dapd

Waldemar Hartmann macht Schluss mit „Waldis Club“. Allerdings hat er nicht etwa endlich eingesehen, wie unerträglich die Plauderrunde in der ARD mit seinen Herrenwitzen und kumpeligen Sprüchen stets und auch zuletzt bei der Fußball-Europameisterschaft war. Nein, Hartmann ist sauer, quasi eine beleidigte „Waldi-Wurst“ und deshalb hört er auf.

Wer ihn so wütend macht, ist sein eigener Arbeitgeber. Die ARD will seinen Vertrag nämlich nicht wie bisher um zwei Jahre, sondern nur um ein Jahr bis 2013 verlängern. „Ich nehme das Angebot der ARD nicht an“, sagte Hartmann dem „Spiegel“. „Die Sendung ,Waldis Club‘ wird es im Ersten nicht mehr geben.“

„Waldis Club“ ist in der ARD seit sechs Jahren jeweils im Anschluss an Spiele des deutschen Fußballteams zu sehen gewesen, auch zu den Olympischen Spielen gab es Ausgaben. Ab September 2013 sollte „Waldis Club“ zu den Qualifikationsspielen für die Fußball-Weltmeisterschaft in Brasilien 2014 fortgeführt werden. Bei einer Vertragslaufzeit von einem Jahr wäre die Sendung aber mitten in der Qualifikation eingestellt worden, meinte Hartmann. „Das wäre genau so, als wenn man die Übertragung eines Fußballspiels nach der Halbzeit abbrechen würde.“

Es ist nicht nur die kürzere Vertragslaufzeit, die den 64-Jährigen so in Rage versetzt. Hartmann fühlt sich auch in seinen bisherigen Leistungen nicht ausreichend gewürdigt. Regelmäßig habe er drei Millionen Menschen vor dem Fernseher versammelt. „Da wäre es doch normal gewesen, dass ich von den Verantwortlichen des Ersten wenigstens eine SMS oder ein Fleißkärtchen mit zwei Zeilen bekomme“, sagte er dem „Spiegel“. Enttäuscht sei er insbesondere von WDR-Sportchef Steffen Simon. Der hätte während der Spiele nicht ausreichend Werbung für „Waldis Club“ gemacht. Zwar seien er und Simon noch nie „beste Freunde“ gewesen, es sei aber bizarr, dass der ein Format der ARD „so beschädigt“.

Dass er mit seinen Weißbierzoten die Sendung womöglich selbst beschädigte, weist Hartmann von sich. „,Waldis Club‘ war ein Stammtisch von und für Fußballfans und kein ,Literarisches Quartett‘“.

Die Sendung wurde vom MDR produziert. Sprecher Walter Kehr sagte, dass Hartmanns Entscheidung „sehr bedauerlich“ sei. Hartmann kündigte derweil an, seine Erfahrungen mit der ARD in seinen Memoiren verarbeiten zu wollen.

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