Hauptstadt-Flughafen : Da scheitert mehr als Berlin

16.08.2012 23:29 Uhrvon
Greift der Bund den Ländern Berlin und Brandenburg beim Chaos-Flughafen BER unter die Arme? Foto: dpa
Greift der Bund den Ländern Berlin und Brandenburg beim Chaos-Flughafen BER unter die Arme? - Foto: dpa

Der Bund versucht verschämt, sich aus dem BER-Debakel herauszuhalten. Dabei ist es an der Zeit, dass die schwarz-gelbe Regierung den Flughafen als Chance begreift und ihn zu einer deutschen Erfolgsgeschichte werden lässt.

Das bisschen Flughafen. Das bisschen Berlin. Was soll sich da der Bund unnötig aufreiben? Mögen doch die Dilettanten in Berlin und Brandenburg sehen, wie sie ihren BER fertig bekommen. Schlimm genug, dass der Bund überhaupt in einem Atemzug mit diesen beiden Kleinstaaten genannt wird.

Meist wird es netter und diplomatischer formuliert, aber im Kern ist das die Botschaft des Bundes, wenn es um den BER geht. Das offenbart einen traurigen Umstand: Der Bund weiß mit seiner Hauptstadt nichts anzufangen. Dabei hatte die Bundesregierung, auch damals eine schwarz-gelbe, ein Ziel: Mit der Beteiligung am BER sollte gezeigt werden, dass der Flughafen ein nationales und kein regionales Projekt ist.

Seither verkümmert dieses Credo.

Bildergalerie: So wollen Politiker den BER retten

Es wird Zeit, dass die Bundesregierung den Flughafen nicht nur als lästiges Chaosprojekt ansieht, das es schnell abzufertigen gilt. Der BER ist für den Bund auch eine Chance, sich um Berlin, die Hauptstadt und die internationale Repräsentativität zu kümmern. Mit der Entscheidung, sich an zusätzlichen Mitteln für den BER zu beteiligen, geht es in die richtige Richtung. Es ist aber auch das Mindeste. Jetzt gilt es zu beweisen, dass es ihnen ernst ist. Bis zu welchem Betrag geht der Bund überhaupt mit? Konkrete Zahlen gibt es noch nicht, aber eine FDP, die schon seit Tagen schwadroniert, keinen Cent mehr zahlen zu wollen. Leidenschaftliche Konter aus der CDU blieben bisher aus. Einen Koalitionskrach wird die FDP nicht riskieren, dafür ist ihr der Flughafen sicher zu klein, zu provinziell. Und das allein sagt schon alles. Für die Liberalen geht es darum, das Scheitern populistisch auszuschlachten. Parteien in Not machen das wohl so.

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Unser/e Leser/in blinder meint zum Artikel: Besuch im Reichstag bleibt umständlich:
Da von den aktuell 620 Abgeordneten bei den Sitzungen sowieso nur 20% anwesend sind, bleiben fast fünfhundert Sitze unbelegt. Hier könnte man doch die wartenden Besucher nach der obligatorischen Einlasskontrolle "zwischenparken".
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