Leserbriefe : Ditfurth: „Ich führe keine Kriege“

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„Die permanente Revolutionärin“

vom 12. Februar 2005

Würden Sie freundlicherweise dem oder derjenigen, der die Überschrift und die Unterüberschrift verbrochen hat, sagen, dass er ein politisch voreingenommener Depp ist? Danke.

Die „permanente Revolution“ wollte Trotzki, von dessen politischer Auffassung sich meine deutlich unterscheidet. Ich führe grundsätzliche keine „Kriege“, ich war und bin nämlich Antimilitaristin. Und schon gar nicht führe ich Auseinandersetzungen, die „andere längst gewonnen haben“, denn das wären dann logischerweise solche, die mich dahin brächten, wo ich um keinen Preis sein will: mitten im korruptiven Geflecht der herrschenden Kreise.

Die wirklich wichtigen Auseinandersetzungen, gegen Antisemitismus und Rassismus, gegen soziale Verelendung und Krieg, für die sofortige Stilllegung aller Atomanlagen etc., sind ja alle noch zu führen. Dem klugen und aufmerksamen Text Ihrer Korrespondentin hätte der Verantwortliche entnehmen können , dass es mir um ganz andere Inhalte und Werte geht. Ansonsten finde ich das Porträt über mich in zweierlei Hinsicht bemerkenswert: Erstens ist es ohne Häme geschrieben, das ist ungewöhnlich. Zweitens geschieht etwas, das in den Medien heute selten ist: Eine Journalistin versucht eine ihr fremde Person zu begreifen. Dass ich mir in diesem Porträt etwas fremd bin, weil es Karin Ceballos Betancurs Sicht ist und nicht meine, ist dabei völlig egal.

Ich werde sicher künftig Texte dieser Kollegin mit Interesse lesen. So viel Qualität ist sehr selten geworden.

Jutta Ditfurth, Frankfurt am Main

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