Nach Prügelattacke am Alex : Senator Heilmann muss seinen Worten Taten folgen lassen

Unser Autor Bernd Matthies lobt die Worte von Justizsenator Heilmann zum Umgang mit jugendlichen Intensivtätern. Nun hat Heilmann die Chance, sich große Verdienste zu erwerben - wenn es nicht bei Worten bleibt.

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Blumen und Abschiedsbriefe liegen am Tatort am Alexanderplatz.
Blumen und Abschiedsbriefe liegen am Tatort am Alexanderplatz.Foto: dapd

Die Unabhängigkeit der Justiz ist ein hohes Gut – das weiß niemand besser als die Mitglieder eben dieser Justiz. Und manchmal entsteht leider der Eindruck, als versuchten sie demonstrativ, ihre Unabhängigkeit zu bekräftigen, durch Entscheidungen, die vom normalen Gerechtigkeitsempfinden so weit weg sind wie der Mond von der Erde.

Der Fall Alexanderplatz ist dafür ein gutes Beispiel. Wäre hier angesichts einer deutlichen Mehrfach- und Intensiv-Karriere rechtzeitig und konsequent eingegriffen worden, würde Jonny K. noch leben, das steht eigentlich außer Frage. Und gut zu verstehen ist die Wut der Polizisten darüber, dass Täter, die sie mit viel Aufwand stellen, wenig später freigelassen oder zum Segeln auf der Müritz verurteilt werden. Heinz Buschkowsky und die verstorbene Jugendrichterin Kirsten Heisig haben dazu alles gesagt. Und deshalb ist es zumindest ein gutes Zeichen, dass der neue Justizsenator Heilmann nicht wie seine Vorgänger reflexartig die Rollläden fallen lässt, sondern unumwunden zugibt, dass es so nicht weitergehen kann. Fehler zugeben ist die eine Sache, sie abzustellen die andere: Der Senator kann sich da große Verdienste erwerben.

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