Nachtflüge in Tegel : Gestörte Berliner

Nachtflugverbot in Tegel ist, wenn es trotzdem lärmt. Und zwar mehr, als jemals zuvor, seitdem der Flughafen vor 40 Jahren in Betrieb ging. Die Anlieger im Berliner Norden, mehr als 400 000 Menschen, sollten nicht auslöffeln müssen, was die Politik mit dem BER-Desaster angerichtet hat. All die neu eingerichteten Flugverbindungen, die eigentlich seit Mai 2012 vom neuen Großflughafen abheben sollten, werden nun einfach über Tegel geleitet. Die Menschen müssen mehr Jets bis Mitternacht und darüber hinaus ertragen, dazu kommen jede Nacht die Post- und Ambulanzflieger. Was als Nothilfe nach der abrupten Absage der BER-Eröffnung akzeptabel war, ist zum Dauerzustand geworden, ohne dass der Berliner Senat sich darum kümmert. Es ist ein Wunder, dass Tegel, einst für fünf Millionen Passagiere gebaut, nun jährlich fast 20 Millionen Menschen abfertigt, ohne zu kollabieren. Weil BER wohl erst 2015 öffnet und die Fluggastzahlen vermutlich weiter steigen, muss es für Tegel ein Entlastungskonzept geben: Geringstmöglicher Lärm in der Nacht durch Flugplanveränderungen, den Einsatz leiserer Maschinen sowie Nutzung größerer Jets, um andere Flüge einzusparen. Vor allem sollten Flüge zum alten Flughafen Schönefeld umgelegt werden.gn

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