Olympische Spiele in Russland : Deutliche Worte gegen "Schwulenpropaganda"-Gesetz

Inzwischen wird Olympia nur noch selten aus politischen Gründen boykottiert. Trotzdem kann die deutsche Regierung handeln.

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Kritik an Putins Politik auf dem Christopher Street Day in Frankfurt.
Kritik an Putins Politik auf dem Christopher Street Day in Frankfurt.Foto: dpa

Autokratische Regierungen benutzen Olympische Spiele gerne, um sich der Welt zu präsentieren. Gleichzeitig geben sie der Opposition Gelegenheit, die Welt auf die Missstände im eigenen Land aufmerksam zu machen. Regelmäßig hagelt es dann Kritik aus demokratischen Ländern. Folgen hat das keine. Die Zeiten, in denen Olympia aus politischen Gründen boykottiert wurde, liegen Jahrzehnte zurück. So bekam China seine große Propagandashow – und Russland wird sie ebenso bekommen.

Dabei ist Russlands Gesetz gegen „Schwulenpropaganda“ nicht das Schlimmste, was es zu kritisieren gibt. Und doch schiebt sich dieses Thema immer mehr in den Vordergrund. Vielleicht wegen seiner Absurdität. Das Gesetz richtet sich unter anderem gegen Schwulenparaden, jene ausgelassenen Feiern, wie sie im Westen seit Jahrzehnten stattfinden.

"Traditionelle Lebensformen"

Sie zu verbieten, weil verhindert werden soll, dass Minderjährige mitbekommen, dass es „nicht traditionelle Lebensformen“ gibt, wirkt so gestrig, wie die russische Gesellschaft eigentlich gar nicht sein kann. Deshalb wäre es richtig, wenn vonseiten der deutschen Regierung deutliche Worte kämen. Und unser Außenminister könnte einfach, statt fernzubleiben, demonstrativ hinfahren.

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