Patriot-Raketen : Die Türkei gefährdet ihre eigenen Interessen

Durch neue Kraftmeierei gefährden türkische Politiker den deutschen Konsens über die Entsendung von Patriot-Raketen an die syrische Grenze.

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In Deutschland zeichnet sich eine Bundestagsmehrheit für die Entsendung von Patriot-Raketensystemen in die Türkei ab. Fragen zum Stationierungsort müssen allerdings noch geklärt werden und auch, wie viele Bundeswehrsoldaten an die syrische Grenze verlegt werden. Der breite Konsens könnte wackeln, wenn es bis Mitte Dezember keine überzeugenden Antworten auf diese Fragen gibt. Die Türkei, die den Beistand ihrer Verbündeten erbeten hat, spielt hier eine wichtige Rolle – und zwar in positiver wie in negativer Hinsicht. Wenn in Ankara nun über ein türkisches Oberkommando über die Nato-Raketen diskutiert wird und Politiker die Entscheidungshoheit der türkischen Armee über den genauen Stationierungsort reklamieren, dann hat das innenpolitische Gründe. Die Regierung will einem Aufschrei der Nationalisten gegen eine Befehlsgewalt von Ausländern auf türkischem Boden zuvorkommen. Aber Ankara sollte die Außenwirkung bedenken. Denn auch in anderen Nato-Ländern achten Politiker auf ihre Wähler. Und die, zumindest die in Deutschland, sind ohnehin nicht begeistert von der Idee, die Patriots samt Soldaten in die Türkei zu schicken. Wenn die türkische Regierung nun rhetorisch auf die Pauke haut, darf sie sich nicht wundern, wenn das Folgen für die Stimmung in Deutschland hat.

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