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Plädoyer für das Böllern : Dann hab' ich eben einen Knall!

29.12.2012 00:00 Uhrvon
Schööön vorsichtig. Wer beim Böllern behutsam vorgeht, gefährdet weder sich noch andere.Bild vergrößern
Schööön vorsichtig. Wer beim Böllern behutsam vorgeht, gefährdet weder sich noch andere. - Foto: dpa

Krach, verstümmelte Hände und der Siff danach: Es gibt viele Gründe, gegen die Böllerei zum Jahreswechsel zu sein. Unsere Autorin kennt sie alle – und liebt doch das Spiel mit Feuerwerkskörpern. Hier ist ihre Rechtfertigung.

Vor drei Wochen hat ein 26-Jähriger in Reinickendorf einen sogenannten „Polenböller“ gezündet. Unglücklicherweise explodierte der Böller in der Hand des jungen Mannes und riss Daumen und Zeigefinger ab. Unter die Meldung, die zu diesem Vorfall auf der Tagesspiegel-Webseite zu finden ist, schrieb ein Leser: „Schön, dass manche sich selbst bestrafen.“ Auch aus anderen der insgesamt 52 Kommentare sprach nur wenig Mitleid mit dem Verletzten. Vielmehr fielen den Usern anlässlich des Unglücks andere schrecklich Böllergeschichten ein.

Ein Leser schrieb etwa, dass er vor ein paar Jahren einen Hörsturz erlitt, als neben ihm ein Böller explodierte. Ein anderer hatte miterlebt, wie ein Fahrer mit seinem Wagen in vier parkende Autos fuhr, nachdem neben ihm ein Feuerwerkskörper explodiert war. Nach der Lektüre hatte ich den Eindruck: Menschen, die an Silvester Kracher und Raketen zünden, sind eine Gefährdung der Allgemeinheit.

Dann fand ich unter den 52 Kommentaren diesen: „Ich frage mich immer wieder, was für ein stinklangweiliges Volk wir doch geworden sind. Nicht mal Neujahr darf man feiern, ohne den Zorn der Ökomoralpolizei auf sich zu ziehen.“ Ich muss zugeben: Dieser Kommentar gefiel mir am besten. Und ich muss noch mehr sagen: Feuerwerke und der Lärm von Böllern gehören für mich an Silvester dazu, und ich liebe es, Raketen und Kracher selbst zu zünden.

Mittlerweile habe ich weitere Meldungen und die Kommentare darunter gelesen. Ich weiß, dass am vergangenen Silvester allein in Berlin fünf Menschen Finger verloren, weil Böller in der Hand anstatt auf der Straße explodierten; dass ein Mann seit der Neujahrsnacht 2012 gar keine Hand mehr hat – und dass einige das erstaunlich kalt lässt. Und ich habe das dringende Bedürfnis, mich wegen meiner Liebe zu Feuerwerkskörpern zu rechtfertigen.

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