PORTRÄT WENDI DENG MURDOCH : „Ich bin keine Tiger-Mutter“

Wendi Deng Murdoch hatte bei der Anhörung von Rupert Murdoch einen großen Auftritt. Sie stürzte sich auf den Angreifer, der ihren Mann attackierte.

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Foto: AFP Foto: AFP
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Es gibt da eine Schnulze von Tammy Wynette: „Stand by your man“. Unsicher ist, ob Wendi Deng den Song kennt, sicher ist, dass sie dessen Botschaft – steh’ zu deinem Kerl in guten wie bösen Tagen – hervorragend verkörpert. Wendi Deng hat, als der Medientycoon Rupert Murdoch am Dienstag bei seiner Anhörung vor dem britischen Parlament mit einer Schaumtorte beworfen wurde, sich auf den Angreifer gestürzt. „Wie eine Löwin“, notierte der Reuters-Korrespondent voller Respekt, habe sie den Comedian Jonnie Marbles attackiert, um ihren Mann Rupert Murdoch zu schützen. Spätere Bilder zeigen, wie das Ehepaar Hand in Hand in einer Limousine das Unterhaus verlässt. Schon bei der Anhörung hatte sich Wendi Deng direkt hinter Rupert Murdoch und dessen Sohn James gesetzt. Damit war sie unübersehbar mit auf der Bühne.

Wendi Deng ist die dritte Ehefrau des 80-jährigen Murdoch, sie ist 36 Jahre jünger, ihre Verbindung soll Frucht einer „Büro-Affäre“ sein. Der Beginn wird auf 1998 datiert, damals hatte Murdoch seine Frau Anna bereits verlassen. Ein Jahr später heiraten Rupert und Wendi Deng. Geboren als Tochter eines Fabrikdirektors in der Stadt Guangzhou im Süden Chinas lernt die ehrgeizige Deng Wen Di das amerikanische Ehepaar Jake und Joyce Cherry kennen. Sie helfen ihr, in den USA zu studieren, dann findet Joyce Cherry erotische Fotos, die ihr Mann Jake von Wendi gemacht hatte. Scheidung, Heirat von Jake und Wendi Deng 1990. Neue Verbindung, Scheidung von Jake Cherry, Jobsuche, als Praktikantin von Star-TV lernt die Yale-Absolventin Rupert Murdoch kennen. Der Zauber wirkt: Murdoch ernennt Wendi Deng zur Vizepräsidentin des asiatischen Pay-TV-Senders Star-TV, ein Analyst urteilt, Wendi Deng gebe Murdochs News Corporation „ein chinesisches Gesicht in China“. Zwar kommt der Konzern dort nur mühsam voran, aber die Ehe funktioniert. Zwei Töchter, Grace Helen und Chloe, werden geboren. Mit den vier erwachsenen Kindern von Murdoch aus den beiden früheren Ehen werden sie mit einem 100-Millionen-Dollar-Anteil am Konzern gleichgestellt, sie erhalten aber keine Stimmrechte. Der Kampf um die Nachfolge steht der dynastisch denkenden Wendi Deng noch bevor. Sie sei keine „Tiger-Mom“, sagt sie, als das Buch „Battle Hym of the Tiger Mother“ von Amy Chau heftig diskutiert wird. Am Dienstag hat Wendi Deng Murdoch das Gegenteil bewiesen. Joachim Huber

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