Rente mit 63 : "Ich bin dann mal weg"

Mit 63 ohne Abschläge in den Ruhestand? Das ist für viele attraktiv. Verständlich, aber ungerecht. Ein Kommentar.

Heike Jahberg
Privileg: Mit 63 in Rente ohne Abschläge, das dürfen nur wenige.
Privileg: Mit 63 in Rente ohne Abschläge, das dürfen nur wenige.Foto: dpa

Mit 63 aufhören und trotzdem die volle Rente bekommen? Vielen Menschen gönnt man das. Wer ein Leben lang Kranke pflegt, Steine schleppt oder BVG-Busse durch den Berliner Verkehr lenkt, hat alle Sympathien, wenn er oder sie mit 63 Jahren Schluss machen will, die Schinderei ein Ende haben soll. Doch viele der Menschen, die vorzeitig in den Ruhestand gehen und deshalb in den zurückliegenden zwölf Monaten die Rente mit 63 beantragt haben, könnten eigentlich bis zum regulären Ende arbeiten. Dass Verwaltungsangestellte oder Akademiker mit 63 in Rente gehen, liegt weniger an ihren harten Jobs, sondern daran, dass sie es können. „Ich bin dann mal weg“ – warum länger arbeiten als nötig? Die Wirtschaft stellt das vor Probleme. Fachkräfte werden knapp, die Rente mit 63 verschärft das Problem. Viele Unternehmen versuchen daher, mit Prämien oder Lohnerhöhungen gegenzusteuern, ein teurer Spaß. Das gilt aber auch für die Rentenkassen. Denn die Privilegien werden nur bestimmten Beschäftigten gewährt, für eine bestimmte Zeit. Die große Mehrheit der Deutschen muss immer länger arbeiten – und bekommt immer weniger Rente. Gerecht ist das nicht.

Welche Vorsorge-Optionen es gibt, sehen Sie hier.

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