Roberto Blanco ist pleite : „Ich will endlich wieder ruhig schlafen“

Ihn kennen 99,9 Prozent der Deutschen. Und die verfolgen nun Roberto Blancos Unterhaltsstreit mit seiner Ex-Frau.

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Roberto Blanco mit Luzandra. Angeblich wird der Musiker mit Haftbefehl gesucht.
Roberto Blanco mit Luzandra. Angeblich wird der Musiker mit Haftbefehl gesucht.Foto: dpa

Auf diese Schlagzeile wollte Roberto Blanco dann doch verzichten: „Schlagerstar muss ins Gefängnis!“ Also leistete er beim Amtsgericht Kehlheim die geforderte Vermögensauskunft. Seine Exfrau Mireille fordert 150 000 Euro Unterhalt, Roberto B. sagt, er sei pleite. Eine Taschenpfändung brachte zuletzt 59,90 Euro. Jetzt drohen Offenbarungseid und Zwangsvollstreckung. Der Unterhaltsstreit wird so erbittert und über die „Bild“ so öffentlich wie möglich ausgetragen. Der Ausgang ist offen, das Interesse riesig. Angeblich kennen 99,9 Prozent der Deutschen Roberto Blanco. Offensichtlich ergeht es ihm wie der Schauspielerin Ingrid Steeger oder dem Musiker Matthias Reim: Millionen verdient, Millionen verpufft, verschleudert, versickert.

Was viele für einen Witz des ewig Spaßhabenden halten, das ist keiner: Roberto Blanco heißt Roberto Blanco. Er wurde 1937 als Sohn des kubanischen Folklore- und Varieté-Künstlers Roberto Zerquera und dessen Frau Mercedes Blanco in Tunis geboren, die Mutter starb zwei Jahre nach seiner Geburt. Ein Medizinstudium in Madrid gab Blanco nach zwei Semestern auf. Schon 1956 hatte er eine kleine Rolle in dem Kriegsfilm „Der Stern von Afrika“. Beim ARD-Wettbewerb „Dem Nachwuchs eine Chance“ ein Jahr später setzte er sich mit dem Lied „Jesebell“ gegen 1800 Konkurrenten durch. Damit hatte die Karriere eine klare Richtung: Schlagersänger, Entertainer, bekanntester schwarzer Deutscher. Sein größter Erfolg „Ein bisschen Spaß muss sein“ ist aus dem deutschen Liedgutgedächtnis nicht mehr zu löschen. Auf dem Höhepunkt, Anfang der 1980er Jahre, wollten 17 Millionen im ARD-Fernsehen „Ein Abend mit Roberto Blanco“ sehen. Aus seiner Liebe zu seiner Wahlheimat machte der Künstler kein Hehl: 1971 bekam er die deutsche Staatsbürgerschaft, seine betonte Volkstümlichkeit wurde mit der Ehrenmitgliedschaft der CSU vergolten: „Wir Schwarzen müssen zusammenhalten“. Humor ist, wenn Roberto Blanco sein Roberto- Blanco-Lachen lacht.

Seine Frau Mireille hielt ihm den Rücken frei, ertrug Seitensprünge, einen unehelichen Sohn. Aber als Roberto B. sie für die Hamburger Boutiquebesitzerin Luzandra Strassburg verließ, die noch nicht einmal geboren war, als Mireille und Roberto Blanco 1964 heirateten, da war Schluss mit lustig. Jetzt ist Krieg und Roberto Blanco, 77, sehr müde: „Ich möchte nicht streiten, ich will endlich wieder ruhig schlafen.“

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