Rückgabe des Doktortitels : Plagiator Graf geht voll auf Risiko

Florian Graf, Fraktionschef der CDU im Abgeordnetenhaus, hat - sinngemäß - einen Betrug zugegeben. Das könnte ihn besonders hart treffen, härter noch als einst einen Karl Theodor zu Guttenberg.

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Florian Graf
Florian GrafFoto: dapd

Der CDU-Mann Florian Graf erweist sich im Umgang mit gegen ihn erhobenen Plagiatsvorwürfen als kluger Analytiker. Er bekennt sich gleich schuldig. Das zeigt, dass es nach Karl Theodor z. G. und Silvana Koch-Mehrin (Ex-Hoffnungsträgerin der FDP) politikwissenschaftlichen Fortschritt gibt. Die beiden hatten die These, dass in Gefahr und großer Not die Taktik des minimalen Schuldeingeständnisses weiterhilft, möglichst bis zu den Sommerferien. Florian Graf hat erkannt, dass die These von der Wirklichkeit widerlegt und hinweggefegt worden ist und gibt gleich eine „Täuschungshandlung“ zu. Damit nennt er sich selbst nicht wörtlich, aber sinngemäß einen Betrüger – und nimmt mildernd für sich in Anspruch, dass er immerhin dass Urheberrecht nicht verletzt habe: Seine Doktorarbeit war gesperrt, der Urheberrechtsbetrug also nicht wirklich einer. Ob Graf damit durchkommt, ist nicht sicher. Erstens hat er den Doktortitel, den er jetzt nicht mehr will, öffentlich geführt. Zweitens hat die Angelegenheit seine Glaubwürdigkeit massiv beschädigt. Das trifft einen, der wie ein ehrlicher Makler im Berliner Betrieb gewirkt hat, noch härter als einen Poser wie Guttenberg.

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