Schutz der Antarktis : Russland als Rambo

Norwegen profitiert davon, dass Russland sich international unmöglich macht. Denn die Fischereination im Norden hat ebenfalls kein Interesse an großen Meeresschutzgebieten.

von
Mann blickt auf Laptop mit norwegischem Fähnchen auf dem Tisch
Ein norwegischer Delegierten der CCAMLR studiert seine Unterlagen. Die Konferenz in Bremerhaven ging ergebnislos zu Ende.Foto: dpa

Es geht um die letzten Ozeangebiete, die vom Menschen noch weitgehend unberührt geblieben sind. Damit das auch so bleibt, wollten die USA und Neuseeland das Rossmeer; Australien und Frankreich sieben Gebiete in der Ostantarktis großflächig unter Schutz gestellt wissen. Die CCAMLR-Kommission ist Teil der Antarktis-Verträge und hätte mit der Ausweisung dieser Schutzgebiete umweltpolitische Handlungsfähigkeit beweisen können. Doch für Russland sind kurzfristige Fischereiinteressen wichtiger als der langfristige Schutz des Südpolarmeers. Russland will die Kommission vor allem als Quotenvergabestelle für die Fischerei von Krill und Schwarzem Seehecht verstanden wissen. Unterstützung bekam Russland von der Ukraine, die ebenfalls Fischereiinteressen rund um den Südpol hat. Norwegen, das in der Antarktis darüber hinaus Gebietsansprüche geltend macht, ist ebenfalls nicht begeistert. Die norwegische Lachs-Aquakultur verlangt nach viel Fischmehl, und das wird aus dem Krill des Südpolarmeers hergestellt. Oslo kann zufrieden sein. Russland hat den Rambo für norwegische Interessen gegeben, und Norwegen kann auf dem internationalen Parkett wieder einmal den Schein moralischer Integrität wahren.

Autor

9 Kommentare

Neuester Kommentar