Sky verliert Exklusivrechte : Der Profifußball wird einen Rettungsschirm brauchen

Wie das Urteil zu den Bundesliga-Übertragungsrechten die Welt des Profifußballs auf den Kopf stellt.

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Der Pay-TV-Sender Sky muss um seine Exklusivübertragungsrechte bangen.
Der Pay-TV-Sender Sky muss um seine Exklusivübertragungsrechte bangen.Foto: dapd

Bisher war das schick einfach. Die Deutsche Fußball–Liga rief die Summe X für die Fernsehrechte an der Bundesliga auf. Der Pay-TV-Sender Sky kaufte sich für mehr als 200 Millionen Euro pro Saison die Lizenz fürs Exklusivbild. Der Kunde war niemals der Dritte im Fußball-Bunde. Er musste den Deal bezahlen, den Liga und Sender ausgehandelt hatten. Mit dem Urteil des Europäischen Gerichtshofs wird der Finanzier jetzt zum Mitspieler. Der Fan muss nicht länger den deutschen Sky-Decoder zum diktierten Preis abonnieren, er kann sich weltweit nach seinem TV-Fußball umsehen. Nachteil: Er sieht deutsche Übertragungen und hört – beispielsweise – ukrainische Kommentare. Vorteil: Erstens spart er Geld, zweitens werden die bösen Klubs aus Spanien und England, die ein Vielfaches aus der TV-Vermarktung herausholen, derart zur Ader gelassen, dass Dortmund oder die Bayern endlich mal wieder die Champions League gewinnen. Europaweit jammern die Fußball-Bosse schon. Wenn ihnen nicht die notwendigen Tricks zur Umgehung des Richterspruchs aus Luxemburg einfallen, werden sie lauthals nach riesengroßen Rettungsschirmen schreien. Das tun sie immer, sobald sie ihre Einnahmen in Gefahr sehen. Der internationale Profifußball ist eine griechische Wirtschaft.

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