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Suhrkamp : „Ich kann es besser“

10.12.2012 14:22 Uhrvon
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Foto: dpa - Foto: picture-alliance/ dpa

Hans Barlach hält Anteile am renommierten Suhrkamp Verlag. Warum er jetzt bereit ist, den Verlag zu zerschlagen, weiß kein Mensch. Ein Porträt.

Was will dieser Mann eigentlich? Das ist die große Frage, nachdem Hans Barlach in seiner Eigenschaft als Minderheitengesellschafter des Suhrkamp-Verlags vergangene Woche die Auflösung des Verlags beantragt hatte, sollte seiner Klage auf Ausschluss der Mehrheitsgesellschafterin des Verlags, der Siegfried und Ulla Unseld Familienstiftung, nicht stattgegeben werden.

Dem aktuellen „Focus“ hat er nun immerhin zwei Sätzlein über seine Absichten verraten: Dass er zum einen „große Lust“ verspüre, den Verlag zu führen. Und: „Ich kann es, jedenfalls besser als die gegenwärtige Verlagsspitze.“ Allerdings hat der Suhrkamp-Verlag nach seinem Umzug nach Berlin vor drei Jahren inhaltlich nicht viel falsch gemacht, die jeweiligen Programme im Frühjahr und Herbst waren so gut wie lange nicht, inklusive einiger veritabler Bestseller.

Ob Barlach das wirklich besser kann? Zumal seine Klage auf Auflösung ja bedeutet, dass er den Verlag lieber zerschlagen sieht, als ihn selbst zu führen.

Als Enkel des Bildhauers Ernst Barlach kümmert sich der 1955 in Ratzeburg geborene und in Hamburg lebende Barlach vor allem um den Nachlass seines Großvaters, er leitet Stiftungen und bereitet Ausstellungen mit vor, nicht zuletzt ist er Kunstsammler und Galerist. Aber auch als Zeitungsverleger hat er sich versucht. In den achtziger Jahren beteiligte er sich an der „Hamburger Rundschau“, einer kleinen, linksliberalen Wochenzeitung, die er 1998 vollständig übernahm und 2000 einstellte. Etwas anders verliefen seine Engagements bei der „Hamburger Morgenpost“ und der Fernsehzeitung „TV Today“, die er 2004 erwarb, aber beide kurze Zeit später wieder verkaufte. 2006 erwarb Barlach dann zusammen mit dem Hamburger Investmentbanker Claus Grossner von dem langjährigen Schweizer Suhrkamp-Gesellschafter Andreas Reinhart dessen Verlagsanteile.

Warum sie das taten, konnten weder Grossner, der kurz darauf ausstieg, noch Barlach wirklich schlüssig erklären. Jedenfalls erzielten sie große Erfolge auf dem Markt der Aufmerksamkeiten. Finanzielle Ergebnisverbesserung des Verlags war eines von Barlachs Anliegen. In Interviews sagte er: „Dieses Unternehmen kann exzellente Zahlen schreiben. Nur muss man in der Lage sein, es zu führen.“ Er ist sich sicher, das zu können. Bisher hat Hans Barlach aber nur den Nachweis angetreten, vor Gericht genauso unnachgiebig zu sein wie seine Kontrahentin Ulla Unseld-Berkéwicz. Gerrit Bartels

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