17,63 Millionen Zuschauer sahen das TV-Duell : Die ARD gewinnt und Stefan Raab belebt

Das „TV-Duell“ ist das Fernsehereignis, das mehrere Sender parallel übertragen – und bei dem immer die ARD gewinnt. So war es auch der bei vierten Austragung am Sonntagabend.

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Das „TV-Duell“ ist das Fernsehereignis, das mehrere Sender parallel übertragen – und bei dem immer die ARD gewinnt. So auch bei der vierten Austragung am Sonntagabend, als Kanzlerin Angela Merkel (CDU) auf ihren SPD-Herausforderer Peer Steinbrück traf. Insgesamt 17,63 Millionen Zuschauer sahen bei ARD, ZDF, Phoenix, Pro Sieben und RTL zu. Der Marktanteil von 50,7 Prozent sagt aus, dass das Duell auf jedem zweiten Bildschirm gelaufen ist. Die ARD holte mit 10,11 Millionen Zuschauern die höchste Quote (MA: 29,1 Prozent), es folgen das ZDF (3,71 Millionen/10,7 Prozent), RTL (2,22 Millionen/6,4 Prozent), Pro Sieben (1,51 Millionen/4,3 Prozent) und Phoenix mit 80 000 Zuschauern (MA: 0,2 Prozent).

Die Gesamtzahl der 17,63 Millionen Seher bedeutet in der Historie des Duells seit 2002 keinen Rekord, der Wert vom 1. September 2013 sortiert sich ein zwischen die Kontroverse vor vier Jahren – Angela Merkel/Frank-Walter Steinmeier (SPD) mit etwas mehr als 14 Millionen Sehern – und dem Spitzenreiter von 2005, als Kanzler Gerhard Schröder (SPD) und die Unionskandidatin Merkel rund 21 Millionen Zuschauer erreichen konnten.

Gab es beim „TV-Duell“ 2013 einen Stefan-Raab-Effekt? Der ProSieben-Entertainer war neben der ARD-Talkerin Anne Will der Novize im Moderatorenquartett. Mit dem Wechsel von Sat 1 zu Pro Sieben und der damit verbundenen Wahl von Raab ins Hochamt des politischen TV-Journalismus ging die Erwartung einher, dass sich deutlich mehr junge Zuschauer fürs TV-Duell interessieren könnten. Der Privatsender verwies am Montag mit einigem Stolz darauf, dass insgesamt

1,8 Millionen Zuschauer

unter 30 Jahren das Duell eingeschaltet hätten. Eine Steigerung gegenüber der Ausgabe von 2009, als es nur knapp 1,5 Millionen junge Zuschauer gewesen seien. Allerdings war das Gesamtpublikum 2013 deutlich größer als beim Duell 2009. Und auch folgendes Faktum relativiert den Pro-Sieben-Erfolg. Selbst in der Gruppe der 14- bis 29-Jährigen lag das Erste mit einem Marktanteil von 22,3 Prozent deutlich vorn, der Privatsender kommt auf Platz zwei mit 12,1 Prozent vor RTL (9,5 Prozent) und dem ZDF mit 4,4 Prozent. Raab kann mit seinem gelungenen Auftritt den „Belebungseffekt“ in der 4 + 2-Runde für sich reklamieren, der Mobilisierungsfaktor fällt erkennbar kleiner aus. Joachim Huber

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