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Abgelehnte Asylbewerber : Zahl der Abschiebungen fast verdoppelt

Gerade zum Jahresende hin sind bundesweit mehr abgelehnte Asylbewerber abgeschoben als in den Monaten zuvor. Bayern und Hessen haben die Zahl der Abschiebungen verdreifacht.

Polizisten begleiten abgelehnte Asylbewerber auf dem Flughafen Leipzig-Halle zu ihrem Abflug nach Belgrad.
Polizisten begleiten abgelehnte Asylbewerber auf dem Flughafen Leipzig-Halle zu ihrem Abflug nach Belgrad.Foto: Sebastian Willnow/dpa

Die Zahl der Abschiebungen aus Deutschland ist deutlich gestiegen. Bis Ende November wurden bundesweit 18.363 Fälle gezählt. Das geht aus einer Aufstellung des Bundesinnenministeriums vom Montag hervor. Im gesamten vergangenen Jahr waren es 10.884 Abschiebungen gewesen. Allerdings hat sich auch die Zahl der abgelehnten Asylanträge in diesem Jahr verdoppelt. Nach Zahlen des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge wurden bis November 2015 rund 83.600 Asylanträge abgelehnt, im Gesamtjahr 2014 waren es 43.000.

Bayern schickte demnach von Anfang Januar bis Ende November mehr als drei Mal so viele abgelehnte Asylbewerber (3643) zurück in die Heimat wie im gesamten Vorjahr (1007). Auch in Hessen verdreifachte sich die Zahl nahezu - auf 2306, nach 829 im vergangenen Jahr. In Baden-Württemberg verdoppelten sich die Abschiebezahlen im gleichen Zeitraum knapp: von 1080 auf 2140.

In anderen Bundesländern stiegen die Zahlen weniger stark an, einige verbuchten kaum eine Erhöhung. Thüringen ist nach den Daten des BMI das einzige Bundesland, in dem die Zahl nach unten ging: Dort wurden im laufenden Jahr 152 Abschiebungen gezählt, im vergangenen Jahr waren es 234 gewesen. Der Regierungssprecher von Thüringen, Alexander Fischer, bestreitet allerdings die Richtigkeit der Zahlen. 2015 seien es bisher insgesamt 460 Abschiebungen gewesen, wie er über Twitter mitteilte. Allein in der vergangenen Woche seien 100 abgelehnte Asylbewerber abgeschoben worden. Die Daten des BMI erfassen allerdings auch nur die Abschiebungen bis Ende November.

Einige Länder hatten ihre Bemühungen, abgelehnte Asylsuchende heimzuschicken, in den vergangenen Monaten deutlich verstärkt. Bis Ende April hatte die Zahl der Abschiebungen bundesweit noch bei 4508 gelegen, Ende Juni waren es dann bereits 8178 und Ende August 11 522. Nun folgte erneut ein kräftiger Anstieg.

Hintergrund ist der große Flüchtlingszuzug. In diesem Jahr wurden bereits mehr als eine Million Schutzsuchende in Deutschland registriert - mehr als je zuvor in einem Jahr. (dpa, Tsp)


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