Abrüstungskontrolle : Russisches Flugzeug überprüft Abrüstung in Deutschland

Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser: Wie sich andere Staaten ein Bild über Deutschlands Abrüstungsverpflichtungen machen.

Berlin - Ein russisches Spezialflugzeug ist derzeit über Deutschland im Einsatz. Es wird noch in den nächsten Tagen im Rahmen des Vertrags über den „Offenen Himmel“ das Bundesgebiet von Köln aus in Richtung Süden überfliegen, um Foto-, Video-, Radar- sowie Infrarotaufnahmen von deutschen und amerikanischen Stützpunkten zu machen. Auch über Truppenstärke, Raketen, Panzer, Geschütze, Raketen sowie andere Waffen dürfen sich die Beobachter informieren. So will die russischen Besatzung prüfen, ob Deutschland alle Auflagen der international vereinbarten Abrüstungsabkommen erfüllt. Mit an Bord während des 1300 Kilometer langen Flugs sind deutsche Spezialisten.

Der Vertrag über den „Offenen Himmel“ wurde am 24. März 1992 von der Nato und den Staaten des ehemaligen Warschauer Pakts unterzeichnet und trat am 1. Januar 2002 in Kraft. Die Vertragspartner verpflichten sich darin, die uneingeschränkte Kontrolle von Militäranlagen auf ihrem Gebiet zuzulassen, sind aber gleichzeitig auch berechtigt, nach Ankündigung über alle anderen Zeichnerstaaten zu fliegen.

Dem „Zentrum für Verifikationsaufgaben“ mit Sitz in Geilenkirchen zufolge verlaufen die Kontrollflüge in Deutschland „immer sehr professionell und unaufgeregt“ auch Beanstandungen gäbe es „in der Regel“ nicht.

Deutschland selbst fliegt trotz des Absturzes des einzigen eigens für solche Missionen ausgestatteten Beobachtungsflugzeugs 1997 auch häufig eigene Beobachtungsflüge. Dafür werden geeignete Flugzeuge von anderen Staaten gemietet. tda

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