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Afghanistan : Mindestens 29 Tote bei Anschlag auf Moschee

In der westafghanischen Stadt Herat sind bei einer Explosion mindestens 29 Menschen getötet und 63 weitere verletzt worden. Die Hintergründe sind noch unklar.

Bewaffnete Sicherheitskräfte in Herat, Afghanistan.
Bewaffnete Sicherheitskräfte in Herat, Afghanistan.Foto: AFP/Hoshang Hashimi

Bei einem Anschlag auf eine Moschee in Westafghanistan sind am Dienstag mindestens 29 Menschen getötet worden. Rund 63 weitere wurden verletzt, wie ein Krankenhaus in der Stadt Herat mitteilte. Zuvor hatte das Innenministerium von mindestens zehn Verletzten durch eine Explosion in der schiitischen Dschawadija-Moschee gesprochen.

Die afghanische Regierung verurteilte den Anschlag scharf. Ein Polizeisprecher sagte, "zwei Terroristen" seien an dem Angriff auf die Moschee in Herat beteiligt gewesen. Der eine habe einen Sprengstoffgürtel getragen, der andere sei mit einem Gewehr bewaffnet gewesen. Beide seien tot. Herat liegt im Westen Afghanistans an der Grenze zum Iran.

Taliban weisen Verantwortung für Anschlag zurück

Die Regierung in Kabul sprach von einer "anti-islamischen Tat". Sie rief alle Muslime im Land auf, sich der Gewalt entgegenzustellen. Bisher bekannte sich niemand zu dem Anschlag. Die radikalislamischen Taliban wiesen eine Verantwortung zurück.

Wer hinter der Tat steckt, blieb zunächst unklar. In den vergangenen Monaten haben Kämpfer der sunnitischen Terrormiliz Islamischer Staat (IS) vor allem in der Hauptstadt Kabul wiederholt schiitische Moscheen und Versammlungen der schiitischen ethnischen Minderheit der Hasara angegriffen.

Die Sicherheitslage in Afghanistan verschlechtert sich seit dem Ende des Nato-Kampfeinsatzes Ende 2014 rasant. In Kabul allein gab es seit Januar elf große Anschläge, in denen mehr als 1000 Menschen getötet und verletzt wurden. (AFP, dpa)

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