Al-Kaida bekennt sich : 60 Tote bei Anschlag in Mali

Der Selbstmordanschlag auf ein Militärlager in Gao im Norden Malis mit rund 60 Toten schockiert das Land. Das Terrornetzwerk Al-Kaida bekennt sich zu der Tat.

Verletze Soldaten bei Anschlag in Mali.
Verletze Soldaten bei Anschlag in Mali.Foto: reuters

Bei einem Selbstmordanschlag auf ein Militärlager in Gao starben rund 50 Menschen. Nun bekennt sich die Islamistische Gruppe von Belmokhtar, die mit dem Terrornetzwerk Al-Kaida verbunden ist, zu dem Anschlag. Der UN-Sicherheitsrat verurteilt die Tat und erwägt Sanktionen. Die Gruppe des Islamisten Belmokhtar veröffentlichte eine entsprechende Erklärung, wie ein auf die Überwachung islamistischer Internetseiten spezialisierten US-Unternehmens am Mittwoch berichtete.
Nach Angaben der Islamisten wurde der Anschlag von einem Mann namens Abdelhadi al-Foulani verübt.

Das malische Staatsfernsehen gab die Zahl der Toten mit 47 an, von Seiten des Militärs wurden 53 Tote und 110 Verletzte gemeldet. Mittlerweile wird von rund 60 Toten gesprochen. Ein Vertreter der UN-Mission Minusma sagte, das es sich bei den Opfern um Kämpfer der einstigen Rebellenbewegung CMA und einer regierungstreuen Miliz handelte.

Bei dem Anschlag wurde ein Fahrzeug in die Luft gesprengt, als die regierungstreuen Kämpfer zu einer gemeinsamen Patrouille aufbrechen sollten. Der Malaiische Präsident Ibrahim Boubacar Keita ordnete eine dreitägige Staatstrauer an.

Das von dem Anschlag betroffene Militär-Camp liegt in der Nähe zum Flughafen von Gao, einem wichtigen regionalen Luftdrehkreuz. Die Detonation zerstörte mehrere vorgefertigte Hangars, die von der Minusma genutzt wurden, sowie weitere Einrichtungen. Trümmer blockierten zeitweise die Start- und Landebahnen.

Der Frieden "bleibt fragil"

Der UN-Sicherheitsrat verurteilte den Anschlag am Mittwoch und beschloss auf Initiative Frankreichs, ein Sanktionsregime gegen die Gegner des Friedensabkommens in Mali zu prüfen; dazu zählen etwa Reiseverbote und das Einfrieren von Auslandsvermögen. Frankreichs Außenminister Jean-Marc Ayrault sagte französischen Medien, das "politische Ziel" der Gegner sei, " den Friedensprozess und die Aussöhnung zu stören". Der Frieden "bleibt fragil".

Die Gruppe Belmokhtars schloss sich im Dezember 2015 Al-Kaida an. Sie bekannte sich unter anderem auch zu einem Angriff auf ein Luxushotel in der Hauptstadt von Burkina Faso, Ouagadougou, bei dem Anfang vergangenen Jahres 30 Menschen getötet wurden.

Das Rebellenbündnis CMA, in dem sich mehrere Rebellengruppen zusammengeschlossen hatten, hatte 2015 ein Friedensabkommen mit der malischen Regierung geschlossen. Es sieht unter anderem vor, dass Ex-Rebellen und regierungstreue Kämpfer gemeinsam auf Patrouillen gehen. (AFP, tsp)

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