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Alternative für Deutschland : AfD-Chefin Petry will "völkisch" positiv besetzen

Die AfD-Vorsitzende wehrt sich dagegen, "völkisch" als "rassistisch" auszulegen. In einem Interview warnt Frauke Petry zudem vor einem Bürgerkrieg in Deutschland.

Die AfD-Bundesvorsitzende Frauke Petry
Die AfD-Bundesvorsitzende Frauke PetryFoto: dpa/Sebastian Gollnow

AfD-Chefin Frauke Petry hat sich für eine weniger negative Auslegung des Begriffs "völkisch" ausgesprochen. "Völkisch" mit dem Wort "rassistisch" zu besetzen, sei eine "unzulässige Verkürzung", sagte Petry der "Welt am Sonntag". "Dann sollten wir daran arbeiten, dass dieser Begriff wieder positiv besetzt ist", sagte die Vorsitzende der Alternative für Deutschland weiter. "Volk mit Rassismus zu konnotieren, halte ich für falsch."

"Ich benutze diesen Begriff zwar selbst nicht, aber mir missfällt, dass er ständig nur in einem negativen Kontext benutzt wird", sagte Petry. Sie habe ein Problem damit, "dass es bei der Ächtung des Begriffes 'völkisch' nicht bleibt, sondern der negative Beigeschmack auf das Wort 'Volk' ausgedehnt wird". Der Begriff "völkisch" sei letztlich "ein zugehöriges Attribut" zum Wort "Volk", sagte die AfD-Chefin.

Der Duden beschreibt das Wort "völkisch" als "nationalsozialistisch" und als "in der rassistischen Ideologie des Nationalsozialismus" stehend.

Der SPD-Politiker Niels Annen zeigte sich angesichts dieser Auffassung entsetzt: „Das ist kein Spaß mehr: AfD wirbt offen um Rechtsradikale“, schrieb Annen bei Twitter.

Ihre Äußerungen platzierte Petry genau eine Woche vor der Abgeordnetenhaus-Wahl in Berlin. Vor Wahlen mit provokanten Thesen oder Begriffen Aufsehen zu erregen, ist ein bekanntes Muster der Alternative für Deutschland.

Petry: Viele Schutzsuchende sind keine Flüchtlinge

Petry warnte zudem vor einem "Bürgerkrieg in Deutschland", falls negative Folgen der Zuwanderung weiter zunehmen sollten. "Wir haben bisher keine Massendemonstrationen gegen Migranten, wir haben noch keine Massenproteste in deutschen Großstädten", sagte sie der Zeitung. "Aber was wir an Verfolgung von beispielsweise christlichen Frauen in unseren Unterkünften erleben, auch an inzwischen alltäglicher Kriminalität von angeblich Schutzsuchenden auf der Straße, das ist untragbar."

"Je mehr ungebildete und oft aggressive junge männliche Einwanderer aus Nordafrika kommen, desto mehr wird die Lage eskalieren", sagte Petry weiter. "Wir wollen keinen Bürgerkrieg in Deutschland. Wir sind die Partei des sozialen Friedens."

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Petry sagte, viele nach Deutschland kommende Schutzsuchende seien gar keine Flüchtlinge. "So wie ein Großteil der Syrer gar keine Syrer sind, sondern aus anderen Ländern kommen und sich als Syrer ausgeben", sagte sie.

"Wenn das den Bürgern wirklich bewusst wird, dann wird sich deren Einstellung gegenüber allen Migranten massiv verschlechtern, auch gegenüber den wirklichen Flüchtlingen", sagte Petry. "Das wollen wir nicht. Deshalb muss jetzt schnell gehandelt werden." Die Frage, ob sie mit "massiv verschlechtern" brennende Flüchtlingsheime meine, wies sie zurück: "Was legen Sie mir da in den Mund?" (Tsp mit dpa)

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