Angela Merkel und die Flüchtlinge : Zustimmung zur Asylpolitik schwindet

Offenbar sind immer weniger Deutsche mit der Flüchtlingspolitik von Kanzlerin Angela Merkel einverstanden. Vor allem Frauen sind zunehmend skeptisch.

Kanzlerin Angela Merkel, der CSU-Vorsitzende Horst Seehofer Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel.
Kanzlerin Angela Merkel, der CSU-Vorsitzende Horst Seehofer Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel.Foto: dpa

Im September verkündete Bundeskanzlerin Angela Merkel „Wir schaffen das!“ und meinte damit: Deutschland sei imstande, die vielen Flüchtlinge aufzunehmen und die sich daraus ergebenden Folgen zu schultern. Die Mehrheit der Bundesbürger pflichtete ihr damals bei.

Zwei Monate, viele politische Streitigkeiten und Hunderttausende von Flüchtlingen später schwindet diese Zustimmung: Erheblich mehr Frauen als Männer haben Zweifel. Das hat das Meinungsforschungsinstitut Infas in einer telefonischen Repräsentativerhebung unter 1009 Bundesbürgern in der Zeit zwischen dem 5. Oktober und dem 2. November herausgefunden. Die Ergebnisse liegen der "Zeit" exklusiv vor. Danach stimmen dem Satz „Wir schaffen das“ zwar noch 44 Prozent der Männer, aber nur 32 Prozent der Frauen „eher zu“. Hingegen lehnen ihn 49 Prozent der Frauen und 34 Prozent der Männer „eher“ ab.

Weit mehr Westdeutsche als Ostdeutsche stützen Merkels Credo (43 gegenüber 22 Prozent), mehr Deutsche mit Abitur als mit einem Hauptschulabschluss, mehr Erwerbstätige als Arbeitslose, mehr Besserverdienende als Geringverdienende und mehr Jüngere als Ältere. Die höchste Zustimmung erfährt Merkels Aussage von den 40- bis 49-Jährigen (45 Prozent), gefolgt von den 18- bis 29-Jährigen (44 Prozent) und den 60- bis 69-Jährigen (42 Prozent). Die größte Ablehnung äußern die 50- bis 59-Jährigen (53 Prozent) und die 30- bis 39-Jährigen (52 Prozent). (Tsp)

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